Steht vor einem Höhepunkt in der Karriere: Freiburgs Innenverteidiger Nico Schlotterbeck Foto: Jan Huebner/d

Es läuft rund für Nico Schlotterbeck: Zuletzt schaltete er Erling Haaland aus, jetzt darf der Innenverteidiger des SC Freiburg in der Heimat in Stuttgart ran – wo nach dem Spiel der nächste Höhepunkt steigt.

Stuttgart - Wenn es läuft, dann läuft es. Die erstmalige Nominierung in die Nationalelf ist für Nico Schlotterbeck ja erfreulich genug – dass sich das Team des neuen Bundestrainers Hansi Flick obendrein von diesem Sonntag an im Stuttgarter Waldhotel versammelt und rund um die drei anstehenden WM-Qualifikationsspiele aller Voraussicht nach im Gazi-Stadion auf der Waldau trainiert, das macht die Sache für den gebürtigen Waiblinger dabei noch spezieller. Denn der Innenverteidiger des SC Freiburg kickte in der Jugend von 2007 bis 2014 bei den Stuttgarter Kickers, weshalb die erste Länderspielreise für ihn, wenn mal so will, nun zum täglichen Heimspiel in Degerloch wird.

 

Noch runder läuft die Sache für den 21-Jährigen, weil er nach dem Bundesligaspiel mit dem SC Freiburg beim VfB Stuttgart an diesem Samstag (15.30 Uhr) in der Heimat bleiben kann, da der Treffpunkt der Nationalelf ja für Sonntag im Waldhotel angesetzt ist. Der Segen des Bundesligaspielplans ist ein wunderbarerer Zufall für Schlotterbeck – der in Degerloch auf zwei Kollegen trifft, mit denen er U-21-Europameister wurde. Denn auch der Stürmer Karim Adeyemi (19) von Red Bull Salzburg und der Linksverteidiger David Raum (23) von der TSG Hoffenheim gehören erstmals zum Aufgebot der DFB-Elf.

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„Sie haben bei der U 21 tolle Leistungen gebracht“, sagt Hansi Flick – und im Falle von Schlotterbeck lässt sich da leicht noch etwas ergänzen, denn der Abwehrmann hat zuletzt auch beim SC Freiburg tolle Leistungen gezeigt. Wer den Innenverteidiger etwa am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Borussia Dortmund (2:1) beobachtete, der sah, wie da die BVB-Tormaschine Erling Haaland nicht rund lief – weil Schlotterbeck sie ausschaltete. Bissig und griffig in den Zweikämpfen, formidables Stellungsspiel, dazu ein Selbstvertrauen und ein Selbstverständnis im Spielaufbau, das seinesgleichen sucht – so trat Schlotterbeck auf.

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Klar, dass sich diese Qualitäten längst bis zum Liga-Gegner von diesem Samstag herumgesprochen haben. So zeigte der VfB Stuttgart zuletzt starkes Interesse und wollte Schlotterbeck in die Heimat locken. Doch, so verriet das der Sportdirektor Sven Mislintat im Interview mit unserer Zeitung: Sein Freiburger Kollege Jochen Saier habe bei der Anfrage nur müde gelächelt, weshalb er sich das Nein am Ende sparen konnte.

In den nächsten Tagen nun erreicht die fußballerische Reise des Nico Schlotterbeck dort ihren vorläufigen Höhepunkt, wo einst alles anfing – draußen auf der Waldau, bei den Kickers. Nach sieben Jahren in der Jugend der Blauen ging es 2014 für ein Jahr zum VfR Aalen, es folgten zwei Jahre beim Karlsruher SC – ehe der Neffe des ehemaligen Kickers-Profis Niels Schlotterbeck im Sommer 2017 als 17-Jähriger in die Jugend des SC Freiburg wechselte.

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Im März 2019 dann gab er für den SC sein Bundesligadebüt, in der vergangenen Runde spielte Schlotterbeck auf Leihbasis beim 1. FC Union Berlin. Es folgte die Rückkehr nach Freiburg, wo er wieder mit seinem älteren Bruder Keven, der ebenfalls Innenverteidiger ist, vereint ist – und, Pikanterie am Rande: Wo er diesen Bruder, der in der vergangenen Saison Stammspieler beim SC war, nun verdrängt hat.

An diesem Samstag, beim Auswärtsspiel gegen den VfB, plant Nico Schlotterbeck jetzt den erfolgreichen Auftakt seiner speziellen Stuttgarter Tage. Das erste Ziel ist klar: Bei einem Freiburger Sieg ginge es für ihn mit Rückenwind von Cannstatt zum speziellen Heimspiel hoch auf die Waldau.