Dynamisch auf vielen Positionen: der VfB-Spieler Nikolas Nartey Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Däne überzeugt auf mehreren Positionen. Auch für das Heimspiel an diesem Sonntag ist der Däne eine Option – und spielt dabei um ein neues Arbeitspapier.

Es ist noch gar nicht so lange her, da stellte sich bei Nikolas Nartey vor allem eine Frage: Wird er wieder Fußball spielen können? Ein Knorpelschaden im Knie machte dem Dänen dermaßen lange zu schaffen, dass bereits an seiner weiteren Profikarriere gezweifelt wurde. Doch der Mittelfeldspieler hat sich beim VfB Stuttgart zurückgekämpft. Eindrucksvoll. Nun wird eher vor dem jeweiligen Anpfiff darüber gerätselt, auf welcher Position er von Trainer Sebastian Hoeneß diesmal eingesetzt wird.

 

„Es ist eine sehr schöne Geschichte, dass Niko die Möglichkeit erhalten hat, zu zeigen, was er kann – und das über mehrere Spiele hinweg“, sagt Hoeneß über das Comeback. Er schätzt Narteys Charaktereigenschaften sowie seine Vielseitigkeit auf dem Platz gleichermaßen. Zuletzt agierte der Skandinavier dabei als Rechtsverteidiger. Erst nach seiner Einwechslung in Mainz (2:2), danach in der Startelf gegen den FC Porto (1:2).

Und an diesem Sonntag (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen RB Leipzig ist der Mann für alle Fälle sicher wieder eine Option. Ganz gleich in welcher Rolle – auf Nartey ist Verlass. Ursprünglich in jungen Jahren als Sechser verpflichtet, weiß er überall zu überzeugen. Außen, innen, vorne, hinten. „Er ist schnell und stark in den Zweikämpfen“, sagt der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, „gegen den FC Porto hat er auf der rechten Abwehrseite sehr gut gespielt, weil er seine Aggressivität einbringen konnte.“

Doch auch das Spielerische kommt nicht zu kurz. Nikolas Nartey hat in der laufenden Saison in 21 Bundesliga-Einsätzen zwei Treffer erzielt und ein Tor vorbereitet. Mehrfach hat der 1,85 Meter große Modellathlet dabei nicht nur seine enorme Dynamik eingesetzt, sondern ebenso seine gute Technik. Denn in Nartey steckt mehr, als viele Experten nach den vielen Leihen und den häufigen Verletzungen vermutet haben.

Hoeneß sah dagegen von Anfang großes Potenzial. Aber zwei Jahre lang mussten sich Trainer und Spieler gedulden, ehe sich das Vertrauen einerseits und die Beharrlichkeit andererseits auszahlten. Mit einer Einladung zur dänischen Nationalmannschaft wurden Narteys gute Leistungen bereits belohnt. Zumal er ein Profi ist, den jeder Coach gerne in seinem Kader haben will – als zuverlässige Kraft, wenn immer er gebraucht wird.

Beim VfB hat Nartey im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League in der Viererkette den verletzten Josha Vagnoman ersetzt und den gelernten Rechtsverteidiger Lorenz Assignon auf die Bank verdrängt. Einen zwölf Millionen Euro teuren Einkauf aus Frankreich, der Stammkraft werden sollte.

Doch Nartey ist aktuell besser in Form. Wie es für den Allrounder nach der Saison weitergeht, ist allerdings noch nicht geklärt. Zurzeit verfügt er über einen sehr leistungsbezogenen Vertrag. Die Bezüge sind bis zum Sommer bei einem geringeren Grundgehalt stark an die Einsatzzahl gekoppelt. Folgen aus seiner Verletzungshistorie, die Nartey bereit war, für ein Jahr beim VfB zu akzeptieren. Jetzt wird neu verhandelt – unter anderen Voraussetzungen, da sich der Spieler zum einen körperlich stabil und zum anderen sportlich wertvoll präsentiert.