Deniz Undav (links) oder Patrik Schick: Wer löst für sein Team das Champions League-Ticket? Foto: Baumann/Julia Rahn

Der VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen liefern sich ein direktes Duell um die Champions League. Dabei stehen auch zwei Torjäger mit ganz unterschiedlichen Profilen im Fokus.

Das letzte Heimspiel der Bundesliga-Saison (Samstag, 15.30 Uhr) wird für den VfB Stuttgart zu einem richtungsweisenden Duell. Will das Team von Trainer Sebastian Hoeneß das Ticket für die Champions League aus eigener Kraft lösen, braucht es gegen Bayer 04 Leverkusen zwingend einen Sieg. Schließlich liefern sich beide Mannschaften ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz vier, aktuell gibt nur das bessere Torverhältnis den Ausschlag zugunsten der Werkself. Dass nun das direkte Duell über das Ticket für die Königsklasse entscheidet, rückt auch zwei Angreifer in den Fokus, die trotz völlig unterschiedlicher Spielweise zu den effizientesten Torjägern der Liga gehören: Deniz Undav und Patrik Schick.

 

„Es liegt in der Natur der Sache, dass zwei Topstürmer der Liga in so einem Spiel eine enorm wichtige Rolle einnehmen können. Es kann gut sein, dass einer von beiden ein Protagonist sein wird“, ahnt auch Sebastian Hoeneß, auf wen es am Samstag besonders zu achten gilt.

Nur Kane trifft öfter

Untermauert wird diese Vermutung von einem Blick auf die Statistik. Denn sowohl der agile Undav, der sich gerne zwischen den Linien bewegt und so freie Räume findet, als auch Schick, der eher das Profil des klassischen Stoßstürmers ausfüllt, tragen die Offensiven ihrer Mannschaften. So kommt Undav in dieser Bundesliga-Saison bislang auf 18 Treffer, Schick auf 16. Damit liegen die beiden Stürmer in der Torjägerliste auf den Plätzen zwei und drei – nur Bayerns Angreifer Harry Kane ist mit seinen 33 Toren weit enteilt. 

Das macht sich auch auf dem Torkonto der beiden Teams bemerkbar. Nach dem 32. Spieltag haben die Schwaben genauso viele Treffer erzielt wie der Meister von 2024. Jeweils 66 Mal durften beide Fanlager bislang jubeln. Jedoch mussten die Schwaben drei Treffer mehr hinnehmen – weshalb sie am Samstag zum Siegen verdammt sind. 

Unterschiedliche Typen

Beim Vergleich der Stürmer ist dabei vor allem die Art der Abschlüsse interessant: Während Schick seine Präsenz im Strafraum unter anderem durch seine vier Toren per Kopf untermauert, ist Undav deutlich variabler im Kombinationsspiel eingebunden und im Abschluss vor allem mit rechts gefährlich. 15 seiner 18 Tore erzielte der VfB-Stürmer mit dem rechten Fuß, Schick traf elf Mal mit seinem starken linken Fuß. Daher betont Hoeneß: „Es sind unterschiedliche Spielertypen, die entsprechend unterschiedlich behandelt werden müssen.“

Dennoch bemerkenswert: Trotz der unterschiedlichen Rollen liegen beide auch bei den Expected Goals nahezu gleichauf. Schicks xG-Wert beträgt 16,10. Undav liegt bei 15,62. Bei den Vorlagen hat der Stuttgarter mit seinen fünf aufgelegten Treffern im Vergleich zu den drei des Leverkuseners ebenfalls die Nase vorn. Allerdings benötigt der Tscheche weniger Minuten für seine Treffer. So trifft Schick in der Bundesliga im Schnitt alle 113 Minuten, zwischen Undavs Treffern liegen drei Minuten mehr.

Das alles zeigt: Nicht nur die beiden Mannschaften, sondern auch die Angreifer liefern sich in dieser Saison ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Im direkten Duell am Samstag dürften deshalb Nuancen entscheiden. Was spricht aber dafür, dass im Kampf um das letzte Champions League-Ticket am Ende Undav und der VfB das bessere Ende für sich haben werden? Hoeneß baut in erster Linie auf die Einstellung seines treffsichersten Stürmers. Denn: „Deniz ist jemand, der diese Spiele liebt und der in der Lage ist, genau im richtigen Moment am richtigen Platz zu sein. Und darauf hoffen wir natürlich.“