Leichtfüßig: So behauptete sich Borna Sosa vom VfB Stuttgart in der Vorsaison gegen den Mainzer Jeremiah St. Juste – und jetzt am Freitag? Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der VfB Stuttgart schöpft aus der Niederlage in Dortmund neuen Mut – und im Grunde weiß der Fußball-Bundesligist, wie der FSV Mainz 05 an diesem Freitag zu bezwingen ist.

Stuttgart - Ein Trainer sei immer auch ein Stimmungsmanager. Sagt Pellegrino Matarazzo. Er muss das emotionale Klima in der Mannschaft ständig ausloten, es im Gleichgewicht halten zwischen Selbstbewusstsein und Selbstkritik. Nach dem Auftritt bei Borussia Dortmund sieht der Chefcoach des VfB Stuttgart sein Team wieder auf dem Weg nach oben. Zunächst atmosphärisch, denn nach den Enttäuschungen gegen den FC Augsburg und Arminia Bielefeld steckte der Bundesligist im Stimmungstief. Aber auch fußballerisch, da der VfB dem BVB trotz erneuter Niederlage viel abverlangte.

 

Tabellarisch ging es vor der Heimpartie an diesem Freitag (20.30 Uhr) gegen den FSV Mainz 05 dennoch weiter abwärts. „Die Mannschaft hat nach den enttäuschenden Spielen gegen Augsburg und Bielefeld zuletzt in Dortmund aber die richtige Reaktion gezeigt. Die Spieler haben bewiesen, dass sie an sich glauben“, sagt Matarazzo, der sich zur Spielvorbereitung für einen positiven Ansatz entschieden hat. Die schlechten Szenen aus den vergangenen Partien wurden aufgezeigt und aufgearbeitet. Die guten Aktionen liefen auf den Bildschirmen in der Kabine dagegen in einer Endlosschleife.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Die neuen Alternativen in der Offensive

Schöne Szenen allein werden jedoch nicht reichen – gegen die Mainzer benötigt der VfB eine ganz andere Widerstandsfähigkeit als noch bei den spielstarken Dortmundern. Deutlich körperbetonter als gegen die fußballerischen Feingeister in Schwarz-Gelb. Die Gäste aus Rheinhessen treten unter Bo Svensson athletisch und aggressiv auf, mit reichlich Wucht und ausgeprägtem Willen. Zuletzt beim 1:1 gegen den 1. FC Köln vermisste der dänische Trainer diese Tugenden bei seinem Team. „Es bleibt aber einfach der Schlüssel, das auf den Platz zu bringen, um in der Bundesliga mithalten zu können“, sagt Svensson. Und Matarazzo stellt seine Elf darauf ein: „Es wird darum gehen, dagegenzuhalten, hart und eklig zu spielen – aber auch smart zu agieren.“ [13:27] Maisel, Philipp Aktueller Podcast-Embed:

Seine spielerische Linie will der VfB bei aller Einsatzbereitschaft jedenfalls nicht verlieren. Wie der beste Mix gegen Mainz 05 hinzubekommen ist, demonstrierten die Stuttgarter übrigens in der Vorsaison. Da gewannen sie an einem Freitagabend im Januar mit 2:0, weil die Elf den Kampf annahm und geduldig blieb. Als Blaupause könnte diese Begegnung dienen. Allerdings stand der VfB damals nicht so stark unter Druck. Und: Sasa Kalajdzic (zurzeit verletzt) köpfte zur Führung ein. Anschließend veredelte Silas Katompa Mvumpa die Partie mit seinem Tor nach einem 80-Meter-Solo. Wenigstens das erscheint wieder möglich, da Silas nach langer Verletzungspause im Kader steht.