Kampf um den Ball: Stuttgarts Wataru Endo (rechts) gegen Bayerns Jamal Musiala. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der VfB zeigt eine Reaktion auf das Schalke-Spiel. Will er in der Bundesliga bleiben, braucht er diese Leidenschaft aber zwingend jedes Wochenende, kommentiert David Scheu.

Fast wäre dem VfB Stuttgart mit seiner Schlussoffensive sogar noch ein Punktgewinn gegen den FC Bayern gelungen, nach dem es lange nicht ausgesehen hatte. Unter dem Strich aber, bei Betrachtung der gesamten 90 Minuten, geht die 1:2-Niederlage dann doch in Ordnung – zu spielbestimmend waren die Bayern über weite Strecken der Partie.

 

Mitnehmen kann der VfB aus dem Spiel dennoch einiges. Vor allem die Gewissheit, sich in puncto Leidenschaft im Vergleich zur Vorwoche merklich gesteigert zu haben: Das Team von Bruno Labbadia stellte sich der Münchner Dominanz mit voller Intensität entgegen – die Spieler grätschten, sprinteten, kämpften. Das war auch bitter nötig, einen weiteren uninspirierten Auftritt wie zuletzt in der ersten Hälfte beim FC Schalke 04 hätte der Anhang der Mannschaft wohl nachhaltig übel genommen.

Das alles aber kann nur die Grundlage sein für das, was in dieser Saison noch kommt: Diese Einsatzbereitschaft braucht der VfB ganz zwingend nicht nur gegen Teams wie den FC Bayern, wenn die Erwartungen ob der Außenseiterrolle ohnehin nicht ganz so groß sind. Nein, diese Präsenz ist jedes Wochenende nötig. Auch und gerade gegen die direkte Konkurrenz.

Ein zweites Schalke darf es in dieser Saison nicht mehr geben, sonst wird man in den entscheidenden Duellen das Nachsehen haben. Nimmt der VfB diese Erkenntnis aus dem Bayern-Spiel mit und legt denselben Willen in den verbleibenden elf Saisonspielen an den Tag, kann er den Ligaverbleib schaffen. Aber nur dann.