Sind jetzt für den BVB am Ball: Serhou Guirassy (li.) und Waldemar Anton. Foto: imago//David Inderlied

Das Duell des VfB gegen Borussia Dortmund steht im Zeichen des ehemaligen Stuttgarter Torjägers und des ehemaligen Stuttgarter Kapitäns. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß sagt, dass die Freundschaft bis zum Schlusspfiff ruhen werde.

Wer im Fokus steht an diesem Sonntag in der Stuttgarter Arena? Da gibt es mit Blick auf beide Lager keine Frage. Die Rückkehr von Serhou Guirassy und Waldemar Anton an die alte Wirkungsstätte elektrisiert die Massen – und beschäftigt die Beteiligten beider Clubs. „Sie sind keine 18-Jährigen, bei denen das was auslösen könnte“, berichtete Trainer Nuri Sahin, der Trainer von Borussia Dortmund. Sebastian Hoeneß, Sahins Kollege aufseiten des VfB Stuttgart wiederum sagte, dass die Freundschaft mit Guirassy und Anton bis zum Schlusspfiff ruhen werde, „danach werden wir aber sicher noch das eine oder andere Wort wechseln.“

 

Sonntag, 17.30 Uhr, MHP-Arena, VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund. Oder anders: Bühne frei für Serhou Guirassy und Waldemar Anton.

Der eine, Guirassy, erzielte in der vergangenen Saison in 28 Bundesligaspielen 28 Tore für den VfB und stürmt nun für die Borussia. Der andere, Anton, war der Kapitän und verteidigt nun für den BVB. So weit, so nüchtern. Die Rückkehr wird für beide allerdings emotional werden – bei Anton könnten dabei auch viele negative Emotionen von den Rängen eine Rolle spielen. Denn der Abwehrmann muss mit Pfiffen rechnen, weil er seinen Vertrag in Stuttgart noch im Januar bis 2027 verlängert und erklärt hatte, dass er sich auf weitere Jahre beim VfB freue. Guirassys Abschied dagegen kam weit weniger überraschend, mit ihm wurde gemeinhin gerechnet. Weshalb es sein könnte, dass ihn die VfB-Fans nicht auspfeifen werden.

Wie auch immer – BVB-Coach Sahin gibt sich gelassen, was die spezielle Rückkehrthematik seiner beiden neuen Schützlinge angeht. „Die Jungs sind alt genug, ich habe nicht das Gefühl, dass da ein Arm um die Schulter gebraucht wird oder ein Gespräch nötig ist“, sagt er. Guirassy und Anton, so der Coach weiter, „werden versuchen, in Stuttgart ihre Leistung zu bringen und alles andere auszublenden“.

Damit rechnet auch VfB-Trainer Hoeneß, der sich auf die beiden Rückkehrer freut: „Wohl wissend, dass es zwei sehr gute Spieler sind. Wir haben die Jungs in sehr, sehr guter Erinnerung. Sie haben viel dazu beigetragen, dass wir Champions League spielen“, sagt der Coach – der allerdings mit Blick auf den Stuttgarter Anhang auch ergänzt, dass Anton nach einigen Kontroversen um seinen Wechsel sicher etwas aushalten müsse: „Aber da gibt es von mir kein böses Blut oder eine Kampfansage.“

Kein Klärungsbedarf

Als Kapitän in Stuttgart habe sich Anton, so Hoeneß weiter, „tadellos“ verhalten. Er sei mit ihm rund um den Wechsel im intensiven Austausch gewesen. „Es musste eigentlich nichts ausgeräumt werden. Er hat mir seine Beweggründe dargelegt.“

Anton und Guirassy stehen mit dem BVB nach sieben Punkten aus den ersten drei Partien in der Tabelle vor dem VfB (vier) und wollen nun in Stuttgart nachlegen. Dort also, wo der Innenverteidiger und der Torjäger, so drückt es BVB-Trainer Sahin aus, als Stützen nicht mehr da seien – wo aber nach wie vor „eine sehr starke Mannschaft“ zu sehen sei.