Engagiert an der Seitenlinie: der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Trainer wechselt alle zehn Feldspieler und geht dadurch ins Risiko. Eine ungewöhnliche Maßnahme, für die es Mut braucht, meint unser Sportredakteuer Carlos Ubina.

Der VfB Stuttgart bleibt in der Erfolgsspur. Das 2:1 gegen den FSV Mainz 05 war der fünfte Bundesligasieg nacheinander – und saisonübergreifend der fünfte Heimsieg in Folge. Das spricht für die wieder gewonnene Stabilität und Heimstärke. Dabei ist der Trainer Sebastian Hoeneß die Begegnung mit den Rheinhessen nicht ohne Risiko angegangen. Nach dem 0:1 bei Fenerbahce Istanbul in der Europa League am vergangenen Donnerstag hat er die Rotationsmaschine angeworfen. Am Ende standen zehn personelle Wechsel.

 

Mit einer kompletten Riege an frischen Fußballern startete Hoeneß in die Heimpartie. Ungewöhnlich, mutig, konsequent. Um die Belastungen zu steuern und die Breite des Kaders zu nutzen. Eine Abwägungsfrage ist das für den Chefcoach, die er mit voller Überzeugung beantwortet hat. Neue Energie sollte auf den Fußballplatz und Hoeneß wollte Vertrauen beweisen – zum Beispiel in Dan-Axel Zagadou, in Pascal Stenzel, in Ameen Al-Dakhil. Spieler, die zuletzt nicht zum Zug kamen und die in der MHP-Arena ihren Mann standen.

Mit dem Sieg nach Rückstand durch Tore von Chris Führich und Deniz Undav hat der Trainer nun alle Skeptiker verstummen lassen. Das Ergebnis gibt ihm Recht. Doch so einfach macht es sich Hoeneß nicht. Die öffentlichen Reaktionen bestimmen nicht sein Tun. Er spürt vielmehr eine Verantwortung den Spielern gegenüber und will sie vor Verletzungen oder Formschwäche schützen. Am Ende sollen dann natürlich auch die Resultate stimmen – und man muss feststellen, dass die Maßnahmen im ersten Teil der Doppelschicht gegen Mainz gegriffen haben. Teil zwei folgt jetzt am Mittwoch (18 Uhr), wenn es in der Mewa-Arena um den Achtelfinaleinzug im DFB-Pokal geht. Hoeneß wird dann wieder die Rotationsmaschine anwerfen – aus voller Überzeugung.