Will beim VfB punkten und mit dem 1. FC Heidenheim erstklassig bleiben: Linksverteidiger Frans Krätzig. Foto: www.imago-images.de/Goldberg

Beim VfB Stuttgart erlebte Frans Krätzig ein extrem enttäuschendes Halbjahr – was sich beim 1. FC Heidenheim änderte. Jetzt will der Leihspieler des FC Bayern mit dem FCH den Klassenverbleib sichern.

Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ist ein beliebter Terminus, wenn ein Fußballprofi mit seinem neuen, aktuellen Club beim alten antritt. Bei Frans Krätzig, bis zum Januar dieses Jahres Leihspieler des VfB Stuttgart und jetzt für den 1. FC Heidenheim aktiv, könnte das mit dem Blick auf das Bundesliga-Duell an diesem Freitag (20.30 Uhr) in der Stuttgarter Arena nicht anders sein. Mit einer entscheidenden Einschränkung allerdings: Wirkung hat der Linksverteidiger an der alten Stätte kaum erzielt. So kam Krätzig, dessen Vertrag beim Stammverein FC Bayern München noch bis 2027 läuft, beim VfB kaum zum Zug. Wenn man es überspitzt und etwas bösartig darstellen wollte, könnte man sogar sagen, dass der U-21-Nationalspieler in Bad Cannstatt wirkungslos blieb.

 

Ein Einsatz in der Liga am ersten Spieltag beim SC Freiburg (1:3), zwei im DFB-Pokal – ansonsten war da nichts mehr. Es überraschte daher kaum, dass Krätzig selbst, der VfB und der FC Bayern mit dieser Entwicklung unzufrieden waren. Auf der linken Stuttgarter Abwehrseite war er nach dem Nationalspieler Maximilian Mittelstädt und dessen Vertreter Ramon Hendriks nur die Nummer drei – jetzt ist er auf seiner Position seit der vorzeitig beendeten Leihe beim VfB und dem Vereinswechsel im Winter die Nummer eins.

Denn Heidenheims Coach Frank Schmidt setzt auf Krätzig, der auf der Ostalb Wirkung erzielte und Eindruck machte. Mit meist soliden und konstanten Auftritten hat er sich zur Stammkraft beim FCH, der als Tabellen-16. in akuter Abstiegsgefahr schwebt, entwickelt. Nach seinem Traumstart mit einem Tor im ersten Spiel gegen Union Berlin lernte der 22-Jährige das „unkomplizierte, sehr menschliche und familiäre“ Heidenheimer Umfeld, wie er es selbst sagt, zu schätzen. Und brachte seine Stärken ein.

So verlieh Krätzig den ansonsten eher biederen FCH-Auftritten nicht selten eine spielerische, technisch versierte Note. Allerdings: Die Heidenheimer Tugenden, also „kratzen, beißen und grätschen“ sowie „eklig sein“, wie Krätzig es sagt, gehen dem Blondschopf bisweilen noch etwas ab. Weshalb bei seinen Leistungen noch Luft nach oben ist.

Neue Werkzeuge an der Hand

Immerhin: Krätzig reifte nach dem enttäuschenden Halbjahr beim VfB persönlich, was in diesen Wochen im mental zehrenden Kampf gegen den Abstieg ja nur von Vorteil sein kann. So seien die Monate ohne Spielpraxis in Stuttgart eine lehrreiche Zeit gewesen, sagt der gebürtige Nürnberger nun rückblickend, denn: „Du lernst, mit dir selbst umzugehen in den schwierigen Zeiten und andere Werkzeuge in die Hand zu nehmen, um im Hier und Jetzt zu bleiben.“

Da zählt, na klar, erst mal nur der Klassenverbleib. Etwas weiter vorausgeschaut will Krätzig sich mit starken Leistungen im Saisonendspurt die Nominierung für die U-21-EM in der Slowakei vom 11. Juni an sichern. Ob der Linksverteidiger, der auch schon im zentralen Mittelfeld auflief, in der neuen Saison dann weiter Leihspieler des 1. FC Heidenheim bleibt, ist noch offen. Und wird maßgeblich vom Erreichen des Klassenverbleibs abhängen.