Bejubeln die Frauen des VfB Stuttgart am kommenden Sonntag den Aufstieg in die Bundesliga? Maximiliane Rall (li.) und Dafina Redzepi wollen dafür sorgen. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Alles deutete auf eine Entscheidung am letzten Spieltag in Sand hin. Nach den jüngsten Ergebnissen können die Frauen des VfB Stuttgart aber schon am Sonntag aufsteigen.

Sebastian Hoeneß hat alle Hände voll damit zu tun, das eigene Saisonziel zu erreichen. Mit den Bundesliga-Profis des VfB Stuttgart will der Cheftrainer an diesem Samstag (15.30 Uhr) einen wichtigen Schritt in Richtung Champions League gehen. Dafür braucht es einen Sieg im Topspiel gegen Bayer Leverkusen. Aber, das versicherte Hoeneß am Donnerstag: Er hat auch die Frauen des VfB im Blick.

 

„Da wird viel investiert“, sagte er über das Projekt, das auf seinen vorläufigen Höhepunkt zusteuert. Am Sonntag (14 Uhr) können die Fußballerinnen mit dem Brustring den Aufstieg in die erste Liga perfekt machen. Es wäre der dritte in Folge und der zweite Durchmarsch nacheinander. 2022 hat der Weg des VfB im Frauenfußball in der Oberliga begonnen.

„Das hätte eine große Bedeutung“, sagte Sebastian Hoeneß über den möglichen Sprung ins Oberhaus, „dann hätte man das Wichtigste erreicht.“ Und: „Ich bin zuversichtlich, dass es klappt.“ Sein Trainerkollege sieht das ganz ähnlich.

„Es ist schön, es zwei Spieltage vor Saisonende in der eigenen Hand zu haben“, sagte Nico Schneck, der seit Ende März Chefcoach der VfB-Frauen ist. Er ergänzte: „Die Mannschaft wirkt gefestigt und kann mit Selbstvertrauen ins Spiel gehen.“ Zudem sind alle Spielerinnen an Bord, auch die zuletzt fehlenden Lenelotte Müller (Abiturprüfungen) und Leonie Schetter (krank).

Nicole Billa kann noch Torschützenkönigin werden

Fünf Punkte beträgt der Vorsprung der VfB-Frauen als Tabellenführer auf Platz drei. Da zwei Mannschaften aufsteigen, reicht ein Sieg am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg II (derzeit Vorletzter der Tabelle), um schon einen Spieltag vor Saisonende den Bundesliga-Aufstieg klarzumachen. Zweiter ist drei Punkte hinter dem VfB der SC Sand, der dann vermutlich am letzten Spieltag noch um den Aufstieg kämpft. Im direkten Duell mit dem VfB, für den es dann nur noch um die Frage gehen würde, ob auch der Titel nach Stuttgart geht.

„Wir freuen uns alle auf das Spiel am Sonntag“, sagte Nico Schneck, der ein „positive Anspannung“ innerhalb der Mannschaft wahrgenommen hat in dieser Woche. Die ist auch nötig. Denn obwohl der VfL Wolfsburg II bereits als Absteiger feststeht, warnt der Coach: „Die kommen nicht nach Stuttgart, um uns zu gratulieren.“ Daher erwartet er von seinen Spielerinnen, noch einmal „voll fokussiert“ ans Werk zu gehen. Damit am Sonntagnachmittag dann bereits vor den eigenen Fans gefeiert werden kann.

Seit dem 2:4 im Highlight-Spiel in der MHP-Arena gegen den 1. FSV Mainz 05 und dem folgenden Trainerwechsel haben die VfB-Frauen alle vier Partien gewonnen und dabei keinen Gegentreffer kassiert. „Wir sind in dieser kurzen Zeit zusammengewachsen“, sagte Nico Schneck. Und obwohl immer wieder einzelne Spielerinnen gefehlt haben, „haben wir es immer geschafft, als Gruppe zu funktionieren“. Der dritte Aufstieg in Folge soll diese Saison nun krönen.

An den letzten beiden Spieltagen kämpft übrigens auch Nicole Billa noch um den Titel der besten Torschützin der zweiten Liga. Aktuell liegt die Stürmerin des VfB mit 18 Treffern auf Rang zwei. Besser als die Österreicherin ist lediglich Vital Kats vom 1. FSV Mainz 05, die schon 21-mal getroffen hat.