Der abwanderungswillige Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart scheint einen neuen Club gefunden zu haben. Einen, den so niemand auf der Rechnung hatte.
Das Wechsel-Theater um Enzo Millot bestreitet seinen wohl letzten Akt. Der abwanderungswillige Franzose steht kurz vor einem Transfer in die saudische Pro-League zum Club Al-Ahli. Die Wendung kommt überraschend, war der 23-jährige Mittelfeldspieler vom VfB Stuttgart in den vergangenen Wochen doch mit zahlreichen namhaften europäischen Clubs in Verbindung gebracht worden. Unter anderen Paris FC, Galatasaray Istanbul, Atlético Madrid. Zuletzt war auch Tottenham Hotspur im Gespräch.
Noch ist der Transfer nicht in trockenen Tüchern
Doch nun verdichtet sich nach Informationen unserer Redaktion der Wechsel in die Hafenstadt am Roten Meer. Enzo Millot lockt die nahe gelegene Wüste – und auch das große Geld. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass in dem aufstrebenden Golfstaat bei Fußballer-Gehältern geklotzt statt gekleckert wird.
Noch ist der Transfer nicht in trockenen Tüchern. Beim VfB rechnet man jedoch fest mit Millots Abgang. Finanziell würde der Pokalsieger in besonderem Maße profitieren. Die festgeschriebene Ausstiegsklausel in Höhe von 20 Millionen Euro besitzt nämlich für Saudi-Arabien keine Gültigkeit. Die Ablöse würde somit um einiges höher liegen – frei verhandelbar ist sie jedoch nicht.
Der offensive Mittelfeldspieler, der 2021 für knapp zwei Millionen Euro von der AS Monaco an den Neckar gewechselt war, wäre der erste VfB-Spieler, den es in die schwerreiche Wüsten-Liga zieht. Sein aktueller Marktwert wird auf 35 Millionen Euro beziffert. Ganz so hoch dürfte die Ablöse aber nicht ausfallen.
Millot bestritt insgesamt 113 Pflichtspiele für die Stuttgarter und war an 43 Toren beteiligt – zuletzt als Doppeltorschütze im Pokalfinale gegen Arminia Bielefeld (4:2). Seinen Wechselwunsch hatte er den VfB-Verantwortlichen wiederholt hinterlegt. Dass es ihn ausgerechnet in den sportpolitisch und gesellschaftlich hochumstrittenen Staat am Persischen Golf zieht, kommt aus sportlicher Sicht überraschend – und bei den VfB-Fans gar nicht gut an. Sie werfen dem dreifachen Familienvater vor, allein des Geldes wegen zum Club des gebürtigen Nürtinger Trainers Matthias Jaissle zu wechseln.
Der Al-Ahli SC gilt als aufstrebend. In der abgelaufenen Saison gewann man die asiatische Champions League. Seit 2023 ist der Club zu 75 Prozent in Besitz des saudischen Staatsfonds PIF, der unter anderem mehrheitlich Anteile an Newcastle United besitzt. Die großen internationalen Namen tauchen im Kader bislang nicht auf – mit dem bevorstehenden Wechsel des Kapitäns der französischen U-21-Nationalmannschaft könnte sich das ändern.
Der VfB sucht bereits nach Ersatz
Beim VfB schaut man sich derweil nach einem Ersatz um. Gesucht wird nach einem kreativen Spielgestalter, der sowohl im Zentrum als auch auf den Außenpositionen einsetzbar ist. Bislang gibt es dafür in Noah Darvich nur einen Neuzugang. Doch erscheint es fraglich, ob der erst 18-Jährige schon in seinem ersten Jahr in Enzo Millots Fußstapfen treten kann.