Seine Leihe im Winter zu einem anderen Club ist vorerst auf Eis gelegt: Leonidas Stergiou wird aktuell beim VfB gebraucht. Foto: Baumann

Beim VfB sind vor der Partie in Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr) vier Innenverteidiger verletzt oder angeschlagen. Das eröffnet Leonidas Stergiou neue Chancen.

Lange hat man fußballerisch nicht viel von ihm gesehen. Ohne einen Bundesligaeinsatz sowie mit lediglich einer einzigen Spielminute im Pokal-Achelfinale aus der Partie beim VfL Bochum ist die Saison für Leonidas Stegiou bislang eine zum Vergessen. Das lag zum einen an seinem Spätstart, erzwungen durch eine Verletzung am Syndesmoseband zu Beginn dieser Runde. Doch auch später, als er wieder fit war, spielte der Ostschweizer Fußballer des Jahres 2019 in den Planungen des VfB-Cheftrainers Sebastian Hoeneß überhaupt keine Rolle.

 

Das hat sich nun geändert. Beim Testspiel gegen den FC Luzern (3:2) am Montag stand Stergiou neben Jeff Chabot in der Startelf, denn der Bedarf an frischen Kräften ist mit Blick auf die Auswärtspartie bei Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr) gerade in der Innenverteidigung groß beim VfB. Diverse Spieler, nämlich Dan-Axel Zagadou, Luca Jaquez, Finn Jeltsch und Ameen Al-Dakhil sind verletzt, angeschlagen oder krank, sodass sich Stergiou, wenn auch nicht zwingend in der Startelf, Hoffnungen auf seine ersten Bundesligaminuten in dieser Runde machen darf. Zwar gibt der Kader aufgrund seiner Breite mit Chabot und Ramon Hendriks noch zwei gesunde Innenverteidiger her, die in der Hierarchie vor Stergiou stehen. Doch dann kommt nach aktuellem Stand schon der Defensiv-Allrounder, der beim FC St. Gallen einst als Innenverteidiger agiert hat. Beim VfB ist der Schweizer Nationalspieler, 23, eigentlich als Rechtsverteidiger eingeplant, wo es mit Lorenz Assignon, Josha Vagnoman und Pascal Stenzel ebenfalls reichlich Konkurrenz gibt.

Doch nun drückt im Abwehrzentrum der Schuh. Während Dan-Axel Zagadou noch wochenlang ausfällt, ist auch mit Luca Jaquez (Oberschenkelprobleme) zum Jahresstart nicht zu rechnen. „Wir müssen schon davon ausgehen, dass er in den ersten beiden Spielen nicht zur Verfügung steht. Danach werden wir sehen, wie schnell er wieder in einen optimalen Fitnesszustand kommen wird“, sagt VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth über Jaquez.

Und auch der zweite Winter-Neuzugang des Vorjahres wackelt bedenklich. „Es ist eine Vorsichtsmaßnahme. Ich möchte in Leverkusen mit dabei sein“, sagte Finn Jeltsch, als er gegen Luzern mit Rückenproblemen nicht zum Einsatz kam. Doch am Mittwoch konnte der Kapitän der deutschen U-21-Nationalelf auch nur individuell trainieren, sodass es fürs Spiel unterm Bayer-Kreuz am Samstag zumindest nicht in die Anfangsformation reichen dürfte. Dort war zuletzt bei den Partien in Hamburg sowie gegen den FC Bayern auch Ameen Al-Dakhil aufgetaucht, der in der letzten Partie des Jahres 2025, beim 0:0 gegen die TSG Hoffenheim, 45 Minuten spielte. Doch der belgische Nationalspieler bleibt ein unsicherer Kantonist. Im Test gegen Luzern fehlte er krank. Ins Teamtraining kehrte auch er am Mittwoch nicht zurück.

Ameen Al-Dakhil kann bisher nur individuell trainieren. Foto: Baumann

So stehen die Chancen für Stergiou gut. „Fakt ist, dass Leo viel zu wenig spielt. Das gilt es gemeinsam zu besprechen. Es kann auf Dauer nicht sein, dass er nicht auf dem Platz steht“, sagte Hoeneß noch im alten Jahr über Stergiou, als der bereits mit einer Winter-Leihe zum 1. FC Heidenheim in Verbindung gebracht wurde. Doch dann wurde die Ausfallliste in der VfB-Defensive immer länger. Aber es erscheint dennoch möglich, dass Stergiou, falls sich die Lage Ende Januar beim VfB wieder normalisiert hat, zum Ende der bis zum 2. Februar laufenden Tranferperiode doch noch per Leihe wechselt.