Der VfB boomt. Das macht sich auch bei der aktuellen Zahl der Fanclubs bemerkbar. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der VfB verzeichnete im zurückliegenden Jahr so viele Neugründungen an Offiziellen Fanclubs wie lange nicht. Die Vergabe der begehrten Tickets macht das nicht unbedingt einfacher – bei Heim- wie Auswärtsspielen.

Die Anfänge liegen lange zurück. 1991 erkannte der VfB Stuttgart erstmals Offizielle Fanclubs (OFCs) an, deren Zahl seitdem stetig und sukzessive gestiegen ist. Zuletzt aber ging die Kurve parallel zum sportlichen Höhenflug äußert steil nach oben. Zur Einordnung: Im Sommer 2023 unmittelbar nach der erfolgreichen Relegation lag die Zahl bei 500 OFCs und rund zehn Neugründungen pro Jahr, wie der VfB damals auf Nachfrage mitteilte. Davon kann mittlerweile keine Rede mehr sein, nicht einmal ansatzweise: Inzwischen sind es rund 650 Offizielle Fanclubs, die insgesamt etwa 25 000 Mitglieder zählen.

 

Die Aufnahme als OFC erfolgt dabei nicht ohne Weiteres: Sie ist nur persönlich auf einer der Regionalversammlungen möglich und erfordert einige Schritte im Vorfeld: Neben mindestens zehn Mitgliedern verlangt der VfB eine demokratische Clubstruktur (belegt durch eine Satzung), eine Gewaltverzichtserklärung sowie ein aktives Clubleben.

Rund 150 OFCs sind auf diese Weise in den vergangenen eineinhalb Jahren neu dazu gekommen – in einer Phase des generellen Booms rund um den Fußball-Bundesligisten mit Vizemeisterschaft und Champions League, in der auch die Ticket-Nachfragen stark zugenommen haben. Offizielle Fanclubs können sich hierbei losgelöst vom Mitgliederverkauf um Eintrittskarten für die Heim- und Auswärtsspiele bewerben.

Bei Heimspielen ist die Chance auf Tickets größer als auswärts

Der Ablauf? In einem ersten Schritt wird die Wunschzahl bei den OFCs abgefragt, dann erfolgt die Zuteilung. Inzwischen ist das eine knifflige Aufgabe, da im Gegensatz zu früher längst nicht mehr alle angefragten Tickets ausgegeben werden können. Man sehe auch bei den Fanclubs die generelle Schwierigkeit in puncto Eintrittskarten, so der VfB: „Die Nachfrage wächst stetig, das Angebot bleibt gleich.“ Teils gibt es daher Absagen, teils erhalten die Fanclubs vom Verein weniger Karten als gewünscht – immer im Bestreben, dass mit der Zeit alle einmal zum Zug kommen. Bei Heimspielen, teilt der VfB mit, sei die Chance generell größer als auswärts.

In der Fremde spielt dagegen auch die Größe des Stadions und damit die Kapazität des Gästebereichs eine Rolle. In Dortmund fasst dieser zum Beispiel 8000 Plätze, in Heidenheim nur rund 2000. Die Zuteilung der Karten an die OFCs erfolgt hier durch die Fanbetreuung des VfB für jedes Spiel individuell. Auf der Hand liegt aber auch, dass Fanclubs mit jahrelanger Präsenz bei jedem Auswärtsspiel weiterhin zum Zug kommen dürften – wenn auch wohl nicht mehr mit derselben Ticketzahl wie früher.