Auch Nachwuchsstürmer Mo Sankoh (Mitte) sammelt beim Kantersieg des VfB in Berlin Selbstvertrauen für die neue Bundesliga-Saison. Foto: Baumann/Cathrin Mueller

In der ersten DFB-Pokalrunde gibt es für Bundesligisten einiges zu verlieren und nichts zu gewinnen. Der VfB Stuttgart, so meint unser Sportredakteur, widerlegt diese Regel beim 6:0 beim BFC Dynamo in vielerlei Hinsicht.

Stuttgart - Nein, das 6:0 in der ersten Runde des DFB-Pokals bedeutet leider nicht, dass der VfB Stuttgart beim Bundesliga-Start am nächsten Samstag auch die Spvgg Greuther Fürth überrollt und danach unaufhaltsam zur deutschen Meisterschaft stürmt. Der Gegner war schließlich nur der viertklassige BFC Dynamo aus Berlin. Mehr als nur ein schnöder Pflichtsieg war es trotzdem.

 

Der schwungvolle, souveräne, hoch seriöse Auftritt in der Bundeshauptstadt war die perfekte Einstimmung auf die neue Saison – und damit die Ausnahme von der alten Regel, dass es für Bundesligisten in solchen Spielen viel zu verlieren, aber nichts zu gewinnen gebe. Denn Gewinner gab es am Samstagnachmittag jede Menge.

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Der VfB hat bewiesen, dass es auch in Abwesenheit eines Dutzend teils sehr wichtiger Spieler keinerlei Grund gibt, die weiße Fahne zu hissen. Im Gegenteil. In der Defensive untermauerte Torwart Fabian Bredlow seinen Anspruch, mehr zu sein als nur eine gute Nummer zwei. Und der neue japanische Verteidiger Hiroki Ito vertrat bei seinem Pflichtspieldebüt den kurzfristig erkrankten Abwehrchef Waldemar Anton, als sei dies eine Selbstverständlichkeit.

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In der Offensive sammelten pünktlich zum Saisonstart jene Kicker Selbstvertrauen, die vorerst noch zur Kategorie Perspektivspieler oder Hoffnungsträger gehören, nicht aber als Leistungsträger eingeplant sind. Es wird den jungen Mateo Klimowicz, Mo Sankoh und Darko Churlinov sehr gut tun, dass auch sie sich (nach teils brillanten Spielzügen) in die Torschützliste eintragen durften. Dass es sechs verschiedene Torschützen gab, rundete einen perfekten Samstagnachmittag ab und unterstrich ebenfalls, dass es dem VfB trotz der aktuellen Personalnot vor dem Ligaauftakt nicht bang sein muss.

Wie gesagt, es war nur der BFC Dynamo – die echten Herausforderungen kommen erst noch. Doch ist es gut zu wissen, dass der VfB nach seiner sechswöchigen Vorbereitungszeit bestens gerüstet scheint für die Aufgaben, die in dieser Saison warten.