Torwarttalent Dennis Seimen soll beim SC Paderborn in der zweiten Liga weitere Erfahrung sammeln. Was der VfB langfristig mit dem 19-Jährigen vorhat, erfahren Sie hier.
Er soll einmal der Bundesliga-Stammtorhüter des VfB Stuttgart werden – und erklimmt auf der Karriereleiter dorthin nun die nächste Stufe: Dennis Seimen, in der vergangenen Runde der sichere Rückhalt des Drittligateams der Cannstatter, wird für die kommende Saison an den Zweitligisten SC Paderborn verliehen.
„Dennis hat mit 19 Jahren bereits ein außergewöhnliches Niveau in seinem Torwartspiel erreicht. Er hat sich in den vergangenen Jahren beim VfB hervorragend entwickelt und war in der abgelaufenen Saison in der dritten Liga ein wesentlicher Faktor für den Klassenerhalt unserer U 21“, sagt der VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth über den jungen Keeper aus Heilbronn, der 2015 in die U 12 des Clubs an die Mercedessstraße wechselte.
Vertraglich haben die Stuttgarter das 1,92 Meter große Talent bereits im vergangenen Jahr langfristig, nämlich bis 2029, an sich gebunden. Nun soll Seimen in der zweiten Liga bei einem ambitionierten Club weitere Erfahrungen sammeln. Schließlich wurden die Ostwestfalen in der abgelaufenen Runde Vierter – mit nur drei Punkten Rückstand auf die SV Elversberg, die als Dritter letztlich in der Relegation um den Bundesliga-Aufstieg am 1. FC Heidenheim scheiterte.
„Dennis verkörpert auf der Torhüterposition die Zukunft des VfB. Gemeinsam mit ihm haben wir in sehr vertrauensvollen Gesprächen erörtert, welcher Schritt für ihn und seine Entwicklung am sinnvollsten ist“, ergänzt Wohlgemuth, der bei seinem Ex-Club aus Paderborn noch immer bestens vernetzt ist – und daher die Torhütersituation beim SCP gut einschätzen kann. Schließlich soll Seimen ja auch Spielpraxis sammeln.
Dies scheint bei den Paderbornern gegeben, bei denen man mit den Leistungen der Keeper Pelle Boevink und Markus Schubert, die sich in der Vorrunde zunächst abwechselten, nicht rundum zufrieden war. Daher verpflichtete man im Winter den beim VfL Bochum aussortierten Manuel Riemann, der in Paderborn zuletzt auch im Tor stand. Riemann besitzt noch eine Option auf ein weiteres Jahr bei den Ostwestfalen – doch Seimen scheint im internen Duell die Nase vorne zu haben.
„Nachdem ich in den zurückliegenden beiden Spielzeiten wertvolle Erfahrungen in der Regionalliga und in der 3. Liga sammeln konnte, habe ich jetzt die Chance, bei einem Topclub der Zweiten Bundesliga den nächsten Schritt zu gehen. Darauf freue ich mich sehr“, sagt Seimen, der von der U-16- bis zur U-20-Auswahl des DFB bereits 17 Junioren-Länderspiele absolviert hat.
Wann Seimen in der Bundesliga für den VfB aufläuft, ist derweil noch nicht exakt geklärt. Klar ist, dass die Nummer eins, Alexander Nübel („Ich bin in Stuttgart sehr, sehr glücklich“), noch mindestens in der nächsten Saison für den deutschen Pokalsieger auflaufen wird. Beim FC Bayern besitzt Nübel einen Vertrag bis 2030 – wann und ob er wieder zurück an die Isar wechselt, ist aber noch fraglich.
Geklärt ist derweil die Frage, wer beim VfB II in der dritten Liga in die Fußstapfen von Dennis Seimen treten soll, der in der vergangenen Runde 34 von 38 Spielen gemacht hat. Zwar könnte Florian Hellstern, der Torwart der U 19, als 17-Jähriger noch ein Jahr für die Junioren spielen. Doch dem Kapitän der U 19 wird bereits der Sprung in die dritte Liga zugetraut. Mit Stefan Drljaca steht dem VfB zudem ein erfahrener Torhüter zur Verfügung, der bereits in der abgelaufenen Drittligasaison stets im Team von Trainer Markus Fiedler auflief, wenn Seimen nicht spielen konnte.