Hoffenheim-Neuzugang Jacob Bruun Larsen zählt gegen Gladbach noch zu den besseren in einem schwachen VfB-Team. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Mit drei Niederlagen blickt der VfB auf eine Arbeitswoche zum Vergessen zurück. Diverse Baustellen beschäftigen das Team, das am Dienstag gegen den FC Augsburg ein wichtiges DFB-Pokal-Viertelfinale vor der Brust hat.

Wie schnell sich die Dinge ändern: Es ist gerade mal eine starke Woche her, da grüßte der VfB nach vier Siegen zu Beginn des Jahres 2025 ungeschlagen von der Sonnenseite des Fußballgeschäfts. Dann erschien der große Showdown in der Champions League gegen Paris Saint-Germain am Horizont, was bereits im Vorfeld in Mainz (0:2) für etwas Ablenkung gesorgt hat. Im Nachgang des fußballerischen Erdbebens gegen den französischen Meister (1:4) ist nun klar: Die Stuttgarter haben komplett ihren Flow verloren.

 

„Es muss wieder Klarheit in die Köpfe. Viele unserer Spieler waren noch im Aufarbeitungsmodus – und haben so eine große Chance verpasst, wieder in die Erfolgsspur zurück zu finden“, analysierte daher der VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth den enttäuschenden Auftritt beim 1:2 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach. Eine Partie, in welche der Vizemeister niemals Kontrolle hinein bekam – und die er nach Borussen-Treffern von Nathan Ngoumou (25.) und Tim Kleindienst (81.) bei einem Eigentor von Nico Elvedi (49.) vor allem durch eine schwache zweite Halbzeit zu Recht verlor.

Von einer ernsthaften Krise zu sprechen, wäre zu früh. Dennoch blickt der VfB zurück auf eine Arbeitswoche zum Vergessen, in welcher man erstmals in dieser Saison dreimal in Serie verloren hat. Der Weg über die schmerzhaften Etappen Mainz, Paris und Gladbach führte also talwärts. Und das Team von Cheftrainer Sebastian Hoeneß („Wir kamen aus einer emotional schwierigen Situation“) hat dabei inzwischen einen Rucksack an kleinen Problemen geschnürt. Nun gilt es mit Blick auf das wichtige DFB-Pokal-Viertelfinale am Dienstag zuhause gegen den FC Augsburg nicht vollends den Faden zu verlieren. Auch, weil es im Pokal ja nur noch zwei Siege bis Berlin sind.

„Ich sehe die Chance, das positive Momentum schnell wieder aufzubauen“, sagte Hoeneß nach der Partie gegen Gladbach, das nun bis auf zwei Punkte an den VfB heran gerückt ist, weil man erstmals überhaupt in dieser Runde gegen ein Team aus dem oberen Tabellendrittel gewann.

Dazu müssen seine Spieler allerdings ihr kleines Paris-Trauma schnellstens überwinden. Dass ihnen vom PSG ein stückweit das Fehlen eigener individueller Spitzenklasse vor Augen geführt wurde, dass macht einigen Stuttgarter Spielern ganz offensichtlich zu schaffen. „Alle wissen seit Paris, wo sich das absolute Weltniveau befindet“, sagte Wohlgemuth.

Nur Mittelstädt steht für Konstanz

Und so ist der Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt, der gegen Gladbach erst nach einer Stunde aufs Feld kam, einer der wenigen Stuttgarter Profis, die über die Monate hinweg konstant starke Auftritte abliefern. Viele andere, etwa der enttäuschend aufspielende Jamie Leweling oder der uninspiriert wirkende Enzo Millot, agieren zu schwankend. Hoeneß hatte sein Team gegen die Borussia auf sieben Positionen geändert – doch frischen Schwung brachte das nicht. „Und als dann die eher Arrivierten herein kamen, wurde es nicht besser. Eher im Gegenteil“, ergänzte Wohlgemuth.

Tatsächlich brachte Angelo Stiller ohne seinen gelbgesperrten Nebenmann Atakan Karazor eine ausbaufähige Leistung mit diversen Fehlpässen aufs Feld. Chris Führich vergab derweil allein vor dem Borussen-Keeper Moritz Nicolas beim Stand von 1:1 nicht nur eine Riesenchance zur Führung (72.), er wirkte auch sonst blass.

Während Führich schon länger seiner Form der Vorsaison hinterher läuft, meldete sich Deniz Undav nach seiner längeren Verletzungspause erst in Augsburg mit einem Hallo-Wach-Siegtor und einem Treffer gegen Freiburg zurück. Doch in der zurückliegenden schwarzen Woche wirkte der Stürmer behäbig und ohne Bindung zum Spiel. Die fehlt seit längerem auch Ermedin Demirovic, der in die Offensivabläufe beim VfB trotz seiner acht Bundesligatreffer immer noch nicht integriert ist.

Dazu gesellen sich die Probleme in den Abwehr: Ameen Al-Dakhil fällt mit einer Zerrung mindestens zwei Spiele aus; zudem wurde Anthony Rouault überraschend nach Rennes verkauft. Ein Neuer soll kommen, muss aber erst integriert werden.

Viel Zeit, um die diversen Baustellen zu bearbeiten, hat Sebastian Hoeneß aber nicht. Der Trainer ist sich vor dem Pokalspiel gegen den FC Augsburg dennoch sicher: „Wir werden eine positive Reaktion zeigen.“