Drohneneinsatz beim VfB Stuttgart. Foto: imago/Pressefoto Baumann

Moderne Technik hält im Fußball immer mehr Einzug, auch vor dem VfB Stuttgart macht diese Entwicklung nicht halt. Aktuell setzen die Schwaben wieder vermehrt auf eine Drohne.

Wer in diesen Tagen feststellen möchte, ob beim VfB Stuttgart eine Trainingseinheit stattfindet, in der besonders detailgenaue Spielformen auf dem Plan stehen, für den lohnt ein Blick in den Himmel. Wenn über dem Robert-Schlienz-Stadion ein Flugobjekt surrt, dann steht so eine Trainingseinheit an.

 

Mithilfe der Drohne fertigt das Trainerteam Bewegtbildmaterial aus der Vogelperspektive an. Ziel ist es, auch die kleinsten Bewegungen umfassend aufzuzeichnen und dann auch auswerten zu können. Schließlich geht es im Spitzensegment des Profisports Fußball um kleine und feine Details, die letztlich das Zünglein an der Waage sein können. Die Videoaufzeichnungen sollen dabei helfen, Trainern und Spielern Potenziale aufzuzeigen und noch genauer in der Videoanalyse sein zu können.

Drohnenflug am NLZ-Gebäude in Cannstatt. Foto: imago/Sportfoto Rudel

Daher kommt die Drohne dann vermehrt zum Einsatz, je näher das Spiel rückt. Immer dann, wenn am Schlienzstadion die Rollos heruntergelassen werden, um ungeliebten Beobachtern den Blick auf das Spielfeld zu erschweren. Die Trainingseinheiten nicht öffentlich sind. Denn dann stehen sehr gegnerspezifische Inhalte auf dem Trainingsplan, die möglichst vor den Kiebitzen verborgen bleiben sollen.

Die Drohnenbilder ergänzen dann jene, die von den 360-Grad-Kameras angefertigt werden, die seit Jahren an allen Trainingsplätzen installiert sind, um bewegte Bilder von Trainingseinheiten, internen Testspielen und Co. zu liefern. Und helfen dann in der dezidierten Videoanalyse und -vorbereitung auf den kommenden Gegner.

Neu ist das keineswegs, in der Branche wird schon lange mit derlei Technik hantiert. Bereits vor rund zehn Jahren stiegen die ersten Drohnen über der Mercedesstraße in Bad Cannstatt auf. Damals noch groß, schwer und vor allem laut und unpräzise waren die Flugobjekte – weil weder gute GPS- noch Kameratechnik verbaut war. In den letzten Jahren hat sich die Drohnentechnologie für den Consumer-Bereich jedoch so weit entwickelt, dass preiswerte Modelle mit sehr guten technischen Eigenschaften erhältlich sind.

Gleichzeitig hat im Sport die informationelle Unterstützung von Trainingssteuerung und Wettkampfanalysen zugenommen und ist zu einem wichtigen Bestandteil der Trainingsplanung geworden. Aktuelle Global-Positioning-(GPS), Local-Positioning-(LPS) und Video-Systeme (Vid) helfen so mit, möglicherweise entscheidende Prozentpunkte an Leistung herauszukitzeln.

Jan Schindelmeiser hantiert in Grassau 2017 mit einer Drohne. Foto: imago/Sportfoto Rudel

Über die Jahre hat sich daher viel getan. Im Trainingslager in Grassau 2017 nutzte man erstmals Drohnentechnologie in einem größeren Maß. Im Jahr 2025 ist die Technik nun so weit, dass sie sehr fein justiert und detailgenau einen wirklichen Mehrwert bietet. Genau diesen Umstand macht sich der VfB immer öfter zunutze.