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Wie schon gegen Bayern und Düsseldorf entscheiden gegen Bremen individuelle Patzer die Partie.

Stuttgart - Es ist eigentlich eine einfache Sache: Wenn in einer Mannschaft ein Spieler immer wieder entscheidende Fehler macht, findet er sich über kurz oder lang auf der Bank oder der Tribüne wieder. „Wenn du einen hast, der drei Fehler macht, ist das kein Problem“, sagt auch Manager Fredi Bobic. Dumm nur, dass beim VfB derzeit immer wieder ein anderer patzt – und somit die Niederlagen einleitet. „Was soll man da machen?“, fragt Trainer Bruno Labbadia, „ich kann ja nicht alles verändern.“

Gegen den FC Bayern München vor zwei Wochen war es Cristian Molinaro, der mit einem unbedachten Rückpassversuch das 0:1 durch Mario Mandzukic einleitete. Der VfB verlor 0:2.

Bei Fortuna Düsseldorf führte ein Ballverlust von William Kvist in der Vorwärtsbewegung zum 0:2, ein Fehlpass von Kapitän Serdar Tasci besiegelte die 1:3-Niederlage.

Gegen Werder Bremen nun setzte Labbadia Molinaro, wie auch den zuletzt schwachen Tamas Hajnal, auf die Tribüne. Der Fehlerteufel aber spielte weiter munter mit. Diesmal hieß er William Kvist. Der Däne, im Vorjahr noch der Stabilisator im Mittelfeld, ließ sich den Ball von dem hinter ihm lauernden Nils Petersen klauen – Aaron Hunt traf zum 2:1, die Pleite nahm ihren Lauf.

„Es ist brutal, wie naiv wir uns anstellen“

Christian Gentner war nach dem 1:4 fassungslos: „Es ist brutal, wie naiv wir uns anstellen.“ Und er nahm sich von dieser Kritik nicht aus. Vor dem Missgeschick von Kvist hatte er selbst einen katastrophalen Fehlpass gespielt, der allerdings ohne Folgen geblieben war. Dass die Spieler ihre Fehler im Nachhinein stets offen eingestehen und Besserung geloben, mag aller Ehren wert sein – Punkte gibt es dafür aber keine. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die individuellen Fehler in den kommenden Spielen gegen KRC Genk (Donnerstag, 21.05 Uhr) und 1899 Hoffenheim (Sonntag, 17.30 Uhr) abgestellt werden können. „Wir müssen uns die Sicherheit zurückerarbeiten“, sagte Labbadia und ließ am Sonntag im Training das Passspiel üben.

Georg Niedermeier, der vor den Gegentoren zum 1:3 und 1:4 gepatzt hatte, forderte: „Wir dürfen es nicht immer so kompliziert machen und müssen wieder einfacher spielen.“ Sündenböcke gibt es beim VfB nicht. „Wir sind eine Mannschaft“, betonte der glücklose Stürmer Vedad Ibisevic, „Fehler können natürlich passieren.“ Dann überlegte er kurz, schüttelte den Kopf und fügte hinzu: „Aber doch nicht in jedem Spiel.“

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