Die Stuttgarter treffen überdurchschnittlich häufig in der Schlussphase und liegen in manch einer Statistik sogar vor dem FC Bayern. Es gibt aber auch einen Haken mit Blick auf das Champions-League-Spiel in Belgrad.
Die Ersatzbank ist ja für die wenigsten Fußballprofis ein Sehnsuchtsort, am liebsten stehen sie von Beginn an auf dem Platz. Wichtige Impulse liefern Einwechselspieler aber immer wieder – was sich in dieser Saison auch beim VfB Stuttgart zeigt, der wahrlich keinen Mangel an Jokertoren beklagen kann: Der Treffer von Justin Diehl zum 2:0-Endstand gegen den VfL Bochum am vergangenen Wochenende war bereits der sechste in dieser Bundesliga-Saison durch einen Spieler, den Trainer Sebastian Hoeneß im Spielverlauf aufs Feld schickte.
Mit dieser Zahl hält das Team derzeit sogar den ligaweiten Bestwert, noch vor dem FC Bayern (fünf) und Borussia Dortmund (vier). Auffällig: Die sechs Treffer verteilen sich auf sechs unterschiedliche Spieler: Fabian Rieder (gegen den FSV Mainz 05), Deniz Undav (beim VfL Wolfsburg), Ermedin Demirovic (gegen die TSG Hoffenheim), El Bilal Touré (gegen Borussia Dortmund), Nick Woltemade (gegen Eintracht Frankfurt) und eben zuletzt Diehl gegen die Bochumer. Tourés Siegtor in der Champions League zum 1:0 bei Juventus Turin ist in dieser Aufzählung übrigens noch gar nicht miteingerechnet.
Mehr als jedes dritte Bundesliga-Tor des VfB in der Schlussviertelstunde
Und: Die Statistik lässt sich noch ein bisschen weiter fassen: Acht von 21 Stuttgarter Bundesliga-Toren in dieser Spielzeit fielen in der Schlussviertelstunde – was einen überdurchschnittlichen Anteil von 38 Prozent bedeutet, mehr als jedes dritte Tor also.
Zweimal führte das Ganze auch zu Punktgewinnen – beim VfL Wolfsburg traf Undav in Unterzahl in der siebten Minute der Nachspielzeit zum 2:2, eine Woche später Demirovic gegen die TSG Hoffenheim in der 99. Minute per Nachschuss nach einem vergebenen Elfmeter zum 1:1. Für eine Mannschaft sind das natürlich wertvolle Momente, die den Glauben an weitere Tore in der entscheidenden Spielphase für die Zukunft festigen.
Einen Haken aber gibt es im Hier und Jetzt: Viele der genannten Torschützen werden nicht zur Verfügung stehen, wenn der VfB an diesem Mittwoch (18.45 Uhr) bei Roter Stern Belgrad gastiert. Diehl und Woltemade sind nicht für den Kader in der Königsklasse gemeldet und können auch nicht nachnominiert werden, Undav und Touré fehlen bekanntlich verletzt. Was wiederum die Chance für andere bietet, zu überraschen und für Impulse in der Schlussphase zu sorgen.