Dan-Axel Zagadou gab sein Comeback nach sieben Monaten Verletzungspause. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der lange verletzte Verteidiger soll zeitnah wieder voll einsatzfähig sein. Wie Sebastian Hoeneß den aktuellen Stand bewertet, was er an Zagadou schätzt – und ob ein Einsatz im Gladbach-Spiel schon infrage kommt.

Mehr als sieben Monate liegt es nun schon zurück, dass Dan-Axel Zagadou wieder einmal von einer Knieverletzung ausgebremst wurde. Auf den Kreuzbandanriss im Januar folgte ein langer Prozess des Heranarbeitens für den Defensivspieler des VfB Stuttgart – der sich nun aber auf der Zielgerade befindet. Im Testspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (4:1) am Donnerstag trug Zagadou erstmals wieder das VfB-Trikot und war hierbei, wenn auch noch nicht alles klappte, auf der Position des linken Innenverteidigers schon sehr eingebunden ins Stuttgarter Spiel.

 

Insbesondere in der Spieleröffnung blitzte das Können des Franzosen auf, der sich nicht auf Sicherheitspässe beschränkte und mit Verlagerungen oder Bällen in die Tiefe immer wieder seine Mitspieler fand. „Mit Ball hat er schon richtig gute Sachen gezeigt. Ich habe ihn positiv wahrgenommen“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß, der dem Linksfuß insgesamt „einen sehr ordentlichen Auftritt“ attestierte.

In der Innenverteidigung ist die Personalsituation seit Wochen angespannt

Dieser war jedoch nach einer halben Stunde schon wieder vorbei. Ein Rückfall? Nein, versicherte Hoeneß. Es sei im Vorfeld alles genau so geplant und die Auswechslung abgesprochen gewesen. Denn: Der 25-Jährige soll schrittweise herangeführt werden, um ob seiner bekannten Verletzungsanfälligkeit kein unnötiges Risiko einzugehen. Zudem muss der 1,96 Meter große Abwehrschrank auch einiges an Muskelmasse wieder aufbauen, was schlichtweg seine Zeit braucht.

Das ist die eine Seite. Zugleich fallen Zagadous Comeback-Schritte in eine Phase, in der die Stuttgarter weitere Optionen in der Abwehr dringend herbeisehnen. Schon seit Wochen herrscht in der Defensive Personalnotstand, mit Neuzugang Ameen Al-Dakhil (Muskelverletzung) und Anthony Rouault (Schulterprobleme) sind gleich zwei potenzielle Innenverteidiger momentan noch nicht voll im Mannschaftstraining. Beide waren auch im Test gegen den FCK nicht im Kader.

Es deutet also vieles darauf hin, dass Zagadou als erster der verletzten Innenverteidiger wieder voll einsatzfähig sein wird. Nur wann? „Wir gehen davon aus“, sagt Hoeneß, „dass er das Spiel gut verkraftet und nächste Woche normal mittrainiert. Und dann wird er relativ schnell wieder zur Mannschaft gehören.“

Hierbei soll Zagadou nicht nur in fußballerischer Hinsicht eine tragende Rolle einnehmen, sondern auch als Führungsspieler. „Er ist für uns nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz enorm wichtig“, sagt Hoeneß, der zuletzt mehrfach betont hatte, dass sich die Hierarchien nach den Personalwechseln in diesem Sommer noch herausbilden müssten.

Einen konkreten Zeitplan für Zagadous Pflichtspiel-Comeback gibt es allerdings noch nicht. Ob er schon im kommenden Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach am 14. September eine Option sein kann, wird sich erst im Verlauf der kommenden Trainingswoche entscheiden. „Da würde ich kein Versprechen abgeben, er hat jetzt das erste Mal seit Monaten 30 Minuten gespielt“, sagt Hoeneß – für den aber eines auch feststeht: „Wenn er gesund bleibt, wird es nicht mehr lang dauern.“