Unzufrieden und frustriert im Moment seiner Auswechslung durch Sebastian Hoeneß (rechts): Ermedin Demirovic. Foto: Baumann/Volker Mueller

Der Stuttgarter Stürmer sucht nach dem 4:0 gegen den HSV das Gespräch mit seinem Trainer. Der findet im Anschluss klare Worte.

Für den VfB Stuttgart verlief der Sonntag durch den klaren 4:0-Sieg gegen den Hamburger SV überaus erfolgreich, für Ermedin Demirovic persönlich aber weniger: Ein Tor erzielte der Mittelstürmer beim deutlichen Heimsieg nicht, stattdessen wurde sein Treffer in der 66. Minute wegen einer vorangegangenen Abseitssituation von Deniz Undav vom Videoassistenten einkassiert – ehe der 28-Jährige wenig später für Bilal El Khannouss vom Feld ging (70.).

 

Es war eine Auswechslung, die in diesem Moment auf wenig Begeisterung beim Stürmer stieß, der seiner Unzufriedenheit gestenreich Ausdruck verlieh. Das Ganze war auch nach Abpfiff Thema, als Demirovic den Austausch mit Sebastian Hoeneß suchte: „Ich habe mich schon beim Trainer entschuldigt. Ich bin sofort hingegangen und habe gesagt, dass ich überreagiert habe.“ Nach dem aberkannten Tor sei bei ihm einfach Frustration aufgekommen, die sich dann schnell wieder gelegt habe: „Ich wollte gleich klarmachen, dass ich kein Stinkstiefel bin, der Randale macht und tagelang sauer ist“, so der Stürmer, „ich glaube, das Ding ist geklärt.“

Sebastian Hoeneß: „Emotionen im Griff behalten“

Als erledigt betrachtete auch Hoeneß die Angelegenheit – der jedoch zugleich deutliche Worte fand und das Verhalten seines Stürmers tadelte. „Es ist normal: Spieler wollen auf dem Platz bleiben – insbesondere, wenn man kein Tor gemacht hat“, so der Stuttgarter Trainer auf der Pressekonferenz. Aber: „Trotzdem muss einfach jedem klar sein, dass wir auch draußen ein paar Jungs haben, die sehr gerne spielen würden und wahrscheinlich auch von Anfang an. Deswegen muss man da ein bisschen aufpassen und schauen, dass man seine Emotionen im Griff behält.“ Solche Situationen gelte es künftig zu verhindern.

Sebastian Hoeneß kritisierte die Reaktionen von Ermedin Demirovic und Chris Führich nach deren Auswechslung. Foto: Baumann/Volker Mueller

Zugleich zeigte Hoeneß Verständnis für seinen Stürmer: Demirovic sei zum wiederholten Male in dieser Saison ein Tor wegen knapper Abseitsstellung aberkannt worden, zudem verhalte er sich stets tadellos: „Ich möchte auch eine Lanze brechen für Medo, weil er ein feiner Kerl ist und ein guter Typ. Und er hat dafür zumindest im Nachgang ein Gespür gehabt.“

Gleiches galt im Übrigen auch für Chris Führich, der von seiner Auswechslung in der 70. Minute für Tiago Tomas ebenfalls nicht begeistert war und nach dem Spiel den Dialog mit Hoeneß suchte. „Beide kamen zu mir und wollten mit mir sprechen nach dem Schlusspfiff“, so der VfB-Trainer – der dann aber auch einen endgültigen Strich unter die Sache zog: „Es ist geklärt und sollte auch in Zukunft nicht mehr vorkommen.“