Beim VfB Stuttgart setzt gerade eine Reihe an Talenten zum Sprung in den Kader an. Doch nur zwei davon durften auf das offizielle Mannschaftsfoto. Die Hintergründe.
Seit Beginn der Vorbereitung beim Bundesligisten VfB Stuttgart hat Trainer Sebastian Hoeneß mehrere Talente aus dem eigenen Nachwuchs in den Profikader berufen. Täglich mindestens einmal dürfen sich Florian Hellstern, Max Herwerth, Mirza Catovic, Leny Meyer, Mohamed Sankoh, Christopher Olivier, Efe Korkut und Lauri Penna zeigen und in den Spielformen mit den arrivierten Profis messen. Dazu kommen Einsätze in den Testspielen. Sowohl gegen den SV Fellbach (7:1), als auch gegen die PSV Eindhoven boten die Nachwuchskicker gute Auftritte an.
Teils sogar sehr gute, so traf beispielsweise Penna gegen Fellbach doppelt. Auch Korkut traf gegen den Verbandsligisten. Und Sankoh, der nach langer Verletzungsmisere und zwei überschaubar erfolgreichen Leihen eigentlich schon in der Versenkung verschwunden war, legte nicht nur in beiden Spielen Treffer auf, sondern zeigte Leistungen, die bei so manchem Beobachter noch einmal die Fantasie aufkommen ließ, dass es vielleicht doch noch einmal etwas werden könnte mit der ganz großen Bühne.
Gut möglich, dass alle acht Spieler auch den Cut nach dem Testspiel gegen RC Celta de Vigo am Wochenende schaffen und mit ins Trainingslager an den Tegernsee reisen werden. Gemeinhin ein Zeichen dafür, dass das Trainerteam perspektivisch klar mit ihnen plant. Doch als vor wenigen Tagen das obligatorische Mannschaftsfoto anstand, wurden nur zwei Spielers des Septetts auf ihm platziert. Hellstern und Catovic.
Florian Hellstern – der nächste für die Seimen-Rolle
Der 17-jährige Keeper Hellstern ist der designierte Nachfolger von Dennis Seimen, der aktuell an den SC Paderborn ausgeliehen ist. Auch Hellstern werden herausragendes Talent auf der Torhüterposition sowie ausgeprägte Fähigkeiten am Ball attestiert. Er wird wie zuvor Seimen konstant bei den Profis im Training sein und soll von Alexander Nübel, Fabian Bredlow und Stefan Drljaca möglichst viel lernen. Seine Einsätze wird er vornehmlich bei der U21 in der 3. Liga bekommen, obwohl er noch für die U19 von Trainer Tobias Rathgeb eingesetzt werden könnte. Doch Hellstern ist in seiner Entwicklung schon so weit, dass die U-19-Bundesliga ihm nicht mehr genug Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Die 3. Liga mit den Traditionsclubs und den oft großen Kulissen dagegen schon.
Mirza Catovic – Senkrechtstarter mit Stein im Brett bei Hoeneß
Für Catovic scheint es in seinem Weg aktuell nur eine Richtung zu geben – nach oben. In der letzten Saison riss er satte 38 Spiele für den VfB ab – zuerst in der U19 (Bundesliga, Pokal und Uefa Youth League), im Verlauf der Rückrunde etablierte er sich in Windeseile in der 3. Liga, wurde bei Markus Fiedler zum Stammspieler (14 Einsätze, 1 Tor) und vollzog eine rasante Entwicklung. Catovic, der als Innenverteidiger oder auf der Sechs oder der Acht eingesetzt werden kann, überzeugt mit Zweikampfverhalten, Passgenauigkeit, Raumgefühl und bleibt auch unter Druck ruhig.
Fähigkeiten, die Trainer schätzen. Insbesondere jene, die spielstarke Defensivspieler brauchen, um ihren präferierten Spielstil umsetzen zu können. Wie Sebastian Hoeneß. Der schätzt den hochgeschossenen Techniker. So sehr, dass man auch die Personalie Caspar Jander diesbezüglich miteinbeziehen kann. Dass der VfB von einer Verpflichtung des U-21-Nationalsspielers offenbar Abstand genommen hat, hat nicht nur, aber auch mit Catovic´Auftritten in der bisherigen Vorbereitung zu tun.