Ein freier Ticketverkauf galt beim VfB Stuttgart lange als unvorstellbar. Zu Beginn des neuen Jahres ist der Run auf Eintrittskarten aber nicht mehr ganz so gewaltig.
Acht Heimspiele hat der VfB Stuttgart in dieser Saison absolviert, achtmal vermeldete der erfolgsverwöhnte Bundesligist: ausverkauft. Mit einem Zuschauerschnitt von 59 250 ist die MHP-Arena zu 99 Prozent ausgelastet, mehr geht nicht. Der fehlende Prozentpunkt zur kompletten Vollauslastung liegt allein an nicht abgerufenen Gästekarten.
Für den Heimbereich glich es für viele Nicht-Dauerkarteninhaber und Nicht-Mitglieder (und selbst für viele Mitglieder) einem Sechser im Lotto, überhaupt an Karten für die begehrten Heimspiele zu kommen. Das war schon in der vergangenen Spielzeit so, die Erklärung liegt auf der Hand: Der sportliche Erfolg zieht die Massen an.
Gegen Leipzig noch Karten in vielen Kategorien verfügbar
Umso erstaunlicher, was sich den Fans der Weiß-Roten dieser Tage beim Blick in den Ticket-Shop bietet. Noch nicht längst ausverkaufte Spiele – und sogar ein freier Verkauf für Nicht-Mitglieder. Für die Partie gegen RB Leipzig an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) waren am Montagnachmittag für Mitglieder noch in vielen Bereichen der Haupt-, der Gegentribüne sowie der Untertürkheimer Kurve Eintrittskarten bestellbar. Erstmals können Mitglieder vier statt der sonst üblichen zwei Karten bestellen. 400 Tickets gingen gar in den freien Verkauf. Ein Novum in dieser Saison. Da aus Leipzig nur 500 Bestellungen abgerufen wurden, wird auch ein Teil des Gästebereichs für Heimfans geöffnet.
Als Erklärung für die vergleichsweise zurückhaltende Nachfrage führt man beim VfB in erster Linie den späten Wochentagstermin an. Die Jahreszeit tut ihr Übriges. Zu guter Letzt war RB Leipzig noch nie ein Zuschauermagnet.
Uefa gibt Kontingent gegen PSG zurück
Anders verhält es sich mit dem SC Freiburg, der bereits an diesem Samstag (15.30 Uhr) zum zweiten Heimspiel binnen weniger Tage in Stuttgart aufschlägt. Das Spiel gilt als ausverkauft. Möglicherweise gehen aber noch Restkarten in den Verkauf. Die gab es am Montag auch noch für das Champions-League-Vorrundenfinale gegen Paris Saint- Germain am 29. Januar. Hier war der Grund die Rückgabe einiger hundert Sponsorentickets seitens der Uefa. Dieses Kontingent war über den VfB-Ticketshop wiederum schnell vergriffen. Wer leer ausging, hat dafür drei Tage später die nächste Chance: Für die Bundesliga-Begegnung gegen Borussia Mönchengladbach am 1. Februar waren am Montag noch rund 600 Tickets verfügbar. Schwerpunktmäßig rund um den Gästebereich.
Anders als in weiten Teilen des vergangenen Jahres stehen die Chancen also günstig wie lange nicht, an einige wenige der sonst so begehrten und weit im Voraus vergriffenen VfB-Tickets zu kommen. Neben der Jahreszeit spielt gewiss auch die aktuelle Fülle an Heimspielen für die reduzierte Nachfrage eine Rolle: Allein im Januar und Februar tritt der VfB mindestens sieben Mal zu Hause an.