Fabian Wohlgemuth und Christian Gentner geben im Live-Podcast unserer Redaktion Einblicke in ihren Austausch mit dem Cheftrainer – und erklären, weshalb man sich beim VfB mit keinem anderen Coach beschäftigt.
Dass Erfolg Begehrlichkeiten weckt, zählt zu den gängigsten Mechanismen im Profisport. Es überrascht deshalb natürlich kein bisschen, dass beim VfB Stuttgart auf dem Weg von der Relegation in die Champions League nicht nur viele Spieler in den Fokus anderer Clubs gerückt sind – sondern auch der Architekt des Aufschwungs. Sebastian Hoeneß ist längst eine heiße Aktie auf dem Trainermarkt, sein Name fällt wieder und wieder, unter anderem als potenzieller Nachfolger von Xabi Alonso bei Bayer Leverkusen im Fall eines Abgangs des Spaniers im kommenden Sommer. Bleibt Hoeneß oder geht er doch? Die Spekulationen um den Coach begleiten den VfB auch durch den November hinweg regelmäßig.
Mit ziemlicher Gelassenheit nehmen das Ganze die Sportchefs zur Kenntnis – die sie am Montagabend beim Live-Podcast „PubCannstatt“ unserer Redaktion auch zum Ausdruck brachten. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und der jüngst zum Sportdirektor beförderte Christian Gentner gaben bei ihrem ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt in der neuen Konstellation im Gespräch mit den Redakteuren Philipp Maisel und Dirk Preiß Einblicke in den täglichen Austausch mit Hoeneß. Und dieser, betonten beide unisono, lasse nicht auf Abschiedsgedanken schließen.
Hoeneß’ Vertrag läuft bis 2027
„Ich kann mich da nur an die Fakten halten“, sagte Wohlgemuth vor rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörern in der Gaststätte Alte Schule in Stuttgart-Gablenberg. „Und die sind, dass Basti mit sehr viel Herz und Leidenschaft dabei ist. So erlebe ich ihn jeden Tag auf dem Platz.“ Was kolportiert und spekuliert werde, spiele für ihn deshalb keine Rolle. Gleiches gilt für Gentner, der bekräftigte: „Der Austausch ist täglich da. Wir haben den Eindruck, dass der Basti sich sehr wohlfühlt und dass wir auch eine sehr interessante Adresse sind.“ Der VfB habe Wucht, Größe und Tradition zu bieten. „Bei uns“, so Gentner, „gibt es keine Sorgenfalten, dass es da zeitnah Veränderungen geben würde.“
Beim VfB können sie sich hierbei auch auf die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit stützen, als Hoeneß im Frühjahr trotz anderer Anfragen sein Arbeitspapier in Stuttgart vorzeitig bis 2027 verlängert hatte. „Er hat sich entschieden, für den VfB weiterzuarbeiten, und sich im Grunde mit anderen Vereinen überhaupt nicht beschäftigt“, so Wohlgemuth.
Dass das keine Garantie auf alle Ewigkeit ist, wissen sie natürlich auch im Clubhaus mit dem roten Dach. Die Ausstiegsklausel im Hoeneß-Vertrag zeugt ja ganz konkret davon, dass sich der ehrgeizige Trainer bei einer passenden Konstellation den nächsten Schritt auch schon vor Ablauf des Arbeitspapiers 2027 vorstellen kann. Wann aber tritt eine solche Konstellation ein? Hier hängt einiges von den Entwicklungen bei anderen Vereinen ab.
Damit etwa das Leverkusen-Thema Konturen annimmt, müssten mehrere Konjunktive erst Realität werden: zunächst ein Abgang von Xabi Alonso auf eine frei werdende Top-Trainerstelle in Europa, dann die Entscheidung von Bayer für Hoeneß als Wunschnachfolger, dann wiederum die Bereitschaft des Stuttgarter Trainers für einen Wechsel. Auszuschließen ist das alles natürlich nicht, ausgemacht aber eben auch keineswegs.
Wohlgemuth ging deshalb gar nicht erst auf mögliche Hoeneß-Nachfolgekandidaten wie den gebürtigen Nürtinger Matthias Jaissle (derzeit bei Al-Ahli in Saudi-Arabien) oder Sandro Wagner (derzeit Assistenzcoach bei der deutschen A-Nationalmannschaft) ein. „Es gibt für uns überhaupt keinen Grund, uns mit anderen Trainern auseinanderzusetzen“, so der 45-Jährige. „Natürlich kennen wir andere Trainer, die für uns aktuell aber überhaupt keine Rolle spielen.“ Es gebe beim VfB weder Gedanken noch Kontakt zu irgendeinem Coach. Der heißt in Stuttgart in der Gegenwart Sebastian Hoeneß. Und auch in Zukunft? Das ist im November 2024 offen, aber längst nicht ausgeschlossen.