Der Verteidiger ist beim VfB einer der Spieler, die als starke Alternative an diesem Sonntag zum Zug kommen könnten. Für den gebürtigen Hamburger wäre es etwas Besonderes.
Beim bislang letzten Aufeinandertreffen hat er eine Hauptrolle gespielt – in der Relegation um den verbliebenen freien Platz in der Fußball-Bundesliga. Es war Anfang Juni 2023 und viele Blicke richteten sich auf Josha Vagnoman. Denn beim VfB Stuttgart hatte er auf der rechten Seite unter dem Trainer Sebastian Hoeneß einen Stammplatz – und der gebürtige Hamburger traf dann mit seinem neuen Arbeitgeber auf seine alte Liebe: den HSV.
Vagnoman trug seinen Teil zu den Siegen (3:0/3:1) bei, im Hinspiel gar mit einem Tor. Es lief gut für den Defensivallrounder. Dennoch hat sich für den 24-Jährigen nicht alles nach Wunsch entwickelt. Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. Zudem verlor er seine Topform und lief ihr lange hinterher. Zeitweise galt Vagnoman beim VfB gar als Verkaufskandidat, ehe sein Vertrag bis 2028 verlängert wurde. Weil Hoeneß ihm vertraut.
Daran hat sich nichts geändert. Selbst wenn der Trainer zuletzt meist Lorenz Assignon auf der rechten Abwehrseite aufbot. Der Franzose hat sich an Vagnoman vorbeigedrückt, nachdem dieser noch zu Saisonbeginn den Vorzug erhalten hatte.
Im Volkspark könnte nun an diesem Sonntag (15.30 Uhr) wieder ein Rollentausch stattfinden, da die Stuttgarter zuletzt in Dortmund (3:3) und Deventer (4:0) stark belastet waren und Hoeneß gerne auf frische Kräfte setzt. „Wir wollen auch drei Tage nach dem Spiel in der Europa League wieder die Intensität auf den Platz bringen, die wir für unser Spiel benötigen“, sagt der Trainer.
Mit seiner Wucht und seiner Vielseitigkeit ist Vagnoman gegen den HSV ein erster Kandidat für die Rotation. Für die Abwehr bieten sich außerdem Luca Jaquez und Ameen Al-Dakhil an. Ein Schweizer und ein belgischer Nationalspieler, die sich nach Verletzungen hinten anstellen mussten. Dennoch: es sind starke Alternativen, die zeigen, dass der VfB-Kader breit besetzt ist – und von diesen Möglichkeiten hat Hoeneß in den vergangenen Wochen oft Gebrauch gemacht. So hat der Chefcoach Spannung und Stimmung in der Mannschaft hoch gehalten.
Mit Erfolg. Aus den vergangenen acht Partien holte der VfB 19 Punkte. Nur der FC Bayern München war in diesem Zeitraum besser. Aktuell scheint es beim VfB nach personellen Veränderungen also kaum einen Qualitätsabfall zu geben. Vielmehr kommen neue Impulse. Wobei Vagnoman zu den Profis zählt, die nicht auf eine Position festgelegt sind. Er kann mit seiner Zweikampfstärke und Schnelligkeit rechts wie links verteidigen. Der Trainer lässt ihn zudem defensiv wie offensiv auflaufen. Das gefällt nicht allen Fans, da sie den 1,90 Meter großen Modellathleten als einen Spieler wahrnehmen, dem es an Technik und Spielvermögen mangelt.
https://youtu.be/-Y3ELEEUMtUDoch sein Tief hat Vagnoman schon lange überwunden. In der Liga stand er in der laufenden Runde sechsmal in der Startelf, dreimal wurde er eingewechselt und zweimal blieb er auf der Bank. Einen Treffer hat er erzielt und eine Torvorlage geliefert. Eine Statistik, die der Hamburger Jung ausbauen will. Gerne im 100. Pflichtspiel (acht Tore/zehn Vorlagen) für den VfB – und gerne wieder in einer Hauptrolle bei der alten Liebe.