Jeff Chabot (rechts) und der VfB hatten in Mainz Grund zum Jubeln. Weitere Eindrücke der Partie sehen Sie in der Bildergalerie. Foto: Pressefoto Baumann

Die Stuttgarter erreichen im DFB-Pokal die nächste Runde und geraten dabei in Mainz selten wirklich in Bedrängnis. Warum? Unsere Analyse.

In der Schlussphase war nochmals einiges an Abwehrarbeit gefragt für den VfB Stuttgart. Immer wieder flogen die Bälle des FSV Mainz 05 in den Strafraum, immer wieder aber bereinigte der VfB die Situationen letztlich souverän – und konnte sich so am Ende über einen glanzlosen, aber zugleich selten gefährdeten 2:0-Auswärtserfolg in der zweiten Runde des DFB-Pokals freuen. Und damit zugleich über den zweiten Sieg gegen die Rheinhessen innerhalb von vier Tagen nach dem 2:1 in der Bundesliga zuvor. „In diesem Stadion ist es immer hitzig, der Platz war rutschig“, sagte Kapitän Atakan Karazor, „in Mainz ist es schwierig, wir mussten viele zweite Bälle gewinnen. Da haben wir uns aber reingeschmissen und alles gegeben.“

 

Dabei hatte Trainer Sebastian Hoeneß im Vorfeld erneut voll auf Rotation gesetzt und seine Startelf wie schon zuletzt auf zehn Positionen verändert. Einzig Stürmer Deniz Undav blieb im Vergleich zur Bundesliga-Partie gegen die Mainzer in der Anfangsformation – wobei auch er erst kurzfristig ins Team rückte, nachdem Tiago Tomas nach dem Aufwärmen wegen Oberschenkel-Problemen hatte passen müssen. „Das kann einen Trainer nur freuen, dass er so viele Spieler zur Auswahl hat“, sagte Karazor: „Wir haben einen breiten Kader.“

Deniz Undav mit gefährlichen Torabschlüssen

In der neuen Besetzung fand der VfB direkt gut ins Spiel und ließ sich in der Anfangsphase von aggressiven und hart agierenden Mainzern nicht den Schneid abkaufen. Im Gegenteil: Ein ruhender Ball brachte die frühe Stuttgarter Führung. Bilal El Khannouss trat einen Eckball scharf mit Zug zum Tor, wo Verteidiger Luca Jaquez aus kurzer Distanz unbedrängt einköpfen konnte (6.).

Der Treffer gab den Stuttgartern weitere Sicherheit, die in der Folge das Geschehen mit langen Ballpassagen bestimmten und den Gegner durch hohes Pressing zu langen Bällen zwangen. So war es in der Folgezeit auch ohne weitere Großchancen ein kontrollierter und souveräner Auftritt. „Wir haben uns nicht provozieren lassen. Mainz hat das versucht, wir haben dagegen gehalten“, sagte Undav.

Atakan Karazor traf zum 2:0. Foto: Pressefoto Baumann

Bei den Rheinhessen blieb dagegen vieles Stückwerk. Torgefahr ging kaum aus vom Drittletzten der Bundesliga, der auf seinen gesperrten Cheftrainer Bo Henriksen verzichten musste. Der Däne hatte in der ersten Pokalrunde die Rote Karte gesehen und wurde nun gegen den VfB von seinem Co-Trainer Michael Silberbauer am Spielfeldrand vertreten. Dieser sah seine Mannschaft zwar nach rund 20 Minuten etwas besser ins Spiel finden, in größere Bedrängnis geriet der VfB aber nicht. Stattdessen kamen die Stuttgarter in der Nachspielzeit der ersten Hälfte dem zweiten Treffer sehr nahe in Person von Badredine Bouanani, der den Ball tief in der Mainzer Hälfte eroberte und aus spitzem Winkel an FSV-Torhüter Robin Zentner scheiterte.

Nach dem Seitenwechsel sorgte Undav mit zwei Abschlüssen für Gefahr. Erst verfehlte der Stürmer das Mainzer Tor mit einem Volleyschuss nur knapp (47.), dann zog er aus der zweiten Reihe ab – allerdings etwas zu mittig, sodass Zentner keine Mühe hatte (58.). Wenig später zielte der kurz zuvor eingewechselte Chris Führich nach Steilpass von Undav etwas zu hoch (70.). So blieb die Partie lange offen – auch, weil der VfB weitere aussichtsreiche Angriffe nicht mit der letzten Konsequenz zu Ende spielte.

Das änderte sich in der 73. Minute. Führich und Undav hatten bei einem Konter viel Platz und spielten Kapitän Karazor frei, der sauber in die lange Ecke zum 2:0 abschloss – die Vorentscheidung zu diesem Zeitpunkt. Mainz drängte zwar nochmals, hatte aber nicht die Mittel und die Durchschlagskraft, um die kompakte und aufmerksame Stuttgarter Defensive zu knacken.

Weiter geht es für den VfB am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Topspiel in der Bundesliga, wenn die drittplatzierten Stuttgarter beim Tabellenzweiten RB Leipzig gastieren. Einen Tag später wird dann am Sonntag gegen 17.50 Uhr im ZDF das Achtelfinale im DFB-Pokal ausgelost. Dieses findet am 2. und 3. Dezember dienstags und mittwochs unter der Woche statt – und mit Beteiligung des Titelverteidigers aus Stuttgart.