Am ende gibt es enttäuschte Gesichter beim VfB Stuttgart: Waldemar Anton (links) und Sasa Kalajdzic Foto: Baumann/Cathrin Müller

Der VfB Stuttgart hat in Bremen wieder einen frühen Rückstand aufgeholt. Und diesmal war sogar der Sieg nahe. Doch die Mannschaft muss nach dem 2:2 noch einiges lernen, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Die Mannschaft des VfB Stuttgart muss weiter lernen. Und die erste Lektion aus dem zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga lautet: cleverer spielen. Denn mit etwas mehr Geschick hätte sich die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo dann bei Werder Bremen nicht mit einem 2:2 begnügen müssen, sondern sie hätte gewonnen. Nur Sekunden fehlten im Weserstadion zum Auswärtssieg.

 

Doch Oliver Burke traf noch für die Gastgeber in der Nachspielzeit und sorgte für lange Gesichter bei den Stuttgartern. Ein Moment, in dem die Abwehr nicht sortiert war, hatte am Ende genügt. In einer Begegnung, die der VfB zu diesem Zeitpunkt kontrollierte. Mit den Toren von Wataru Endo (38.) und Silas Katompa (77.) hatten die Gäste das Spiel gedreht – nach dem frühen 0:1 durch Niclas Füllkrug (4.).

Wieder ein früher Rückstand. Wie schon in der Woche zuvor gegen RB Leipzig. „Wir waren in der Anfangsphase schläfrig“, sagte Matarazzo. Seine Elf bekam keinen Zugriff auf die stürmenden Bremer – und so lautet die zweite Lektion: hellwach sein von Beginn an. Eine Binsenweisheit im Fußball. Zumal wenn klar ist, dass Werder im ersten Spiel vor heimischer Kulisse nach dem Aufstieg von Euphorie getragen sein wird.

Der VfB benötigte jedoch eine halbe Stunde, um in die Gänge zu kommen. Zu spät kann das sein. Und Matarazzo will nach den Gründen für die „Schlafmützigkeit“ suchen, wenngleich er nicht glaubt, dass sich schon ein Muster abzeichnet. Doch seine Mannschaft ist ein 100-Prozent-Team. Sie muss an der Leistungsgrenze spielen, um zu gewinnen. In jedem Augenblick – und das dürfte nach zwei Punkten in zwei Partien die dritte Lektion sein, die den Stuttgartern vor Augen geführt wurde.