Viele Chancen für den Gegner, ein stark aufgelegter VfB-Torhüter – und eine gute Nachricht nach Abpfiff: So lief der hitzige Stuttgarter Auftritt in der Youth League in Serbien.
Nico Willig atmete tief durch. „Das war heute ein glücklicher Punkt für uns“, sagte der Trainer der U 19 des VfB Stuttgart, die sich das 1:1 bei Roter Stern Belgrad mehr erkämpft denn erspielt hatte. In einer Partie, in der deutlich mehr Verteidigungsarbeit und deutlich weniger Ballbesitz als üblich das Stuttgarter Spiel prägten.
Dabei hatte die Partie für den VfB auf dem Kunstrasen direkt hinter dem Stadion Rajko Mitic vor 400 Zuschauern eigentlich nach Maß begonnen. Mittelstürmer Eliot Bujupi veredelte eine starke Anfangsphase mit der früheren Führung, als er in der 5. Minute platziert in die lange Ecke abschloss. Jubelschreie auf der VfB-Bank folgten, auch Willig sprach im Nachhinein von einem „sehr guten Beginn“.
Danach? Musste der VfB viel verteidigen und dagegenhalten. Der Nachwuchs von Roter Stern machte viel Druck, agierte aggressiv und technisch versiert zugleich. In der 23. Minute traf Belgrads Mittelstürmer Uros Sremcevic nur den Außenpfosten, danach parierte VfB-Keeper Florian Hellstern zweimal stark – erst nach einem Kopfball aus kurzer Distanz (33.), dann nach einem Flachschuss aus der zweiten Reihe (39.).
Starke Zwischenbilanz: Zehn Punkte aus fünf Spielen
Nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Davon abgesehen, dass die beiden Stuttgarter Angreifer früh ausgewechselt wurden (54.): Bujupi ging absprachegemäß vom Feld, da er am Wochenende in der U21 eingeplant ist. Im Fall von Matheos Tsigkas war Willig schlicht mit dessen Leistung nicht einverstanden.
Wenig später belohnte sich Roter Stern dann für seine Angriffsbemühungen, beim leicht abgefälschten Distanzschuss von Vasilije Kostov (60.) unter die Latte war auch Hellstern machtlos. Mit viel Willen und Einsatz überstand der VfB die letzte halbe Stunde trotz einiger vermeidbarer Ballverluste ohne weiteren Gegentreffer. Brenzlig wurde es dabei vor allem, als Sremcevic (62.) freistehend über das Tor schoss und Kostov (88.) erneut aus der Distanz für Gefahr sorgte.
„Der Gegner hat uns den Schneid abgekauft, wir haben im Spielverlauf unsere Qualität mit Ball verloren“, sagte Willig, „wir mussten richtig leiden, Belgrad war zu oft in unserer Box.“ Aber auch das sei ein Erfahrungswert, betonte der Chefcoach.
Das sah auch Daniel Teufel so, der Sportliche Leiter im Nachwuchsleistungszentrum. „Klar war es nicht der Plan, so wenig den Ball zu haben. Für die Entwicklung sind solche Spiele wahnsinnig wichtig – um zu sehen, wer sich wehrt und um auch ein Ergebnis zu generieren.“ Durch eben dieses haben die Stuttgarter nun zehn Punkte aus fünf Spielen auf dem Konto, wodurch ihnen vor dem letzten Hauptrunden-Spiel gegen die Young Boys Bern im Dezember Platz 22 und damit das Weiterkommen in die K.o.-Runde nicht mehr zu nehmen ist. Die internationale Reise des VfB-Youngster wird also auch 2025 weitergehen.