Sebastian Hoeneß gratuliert seinen Spielern zu ihrer Leistung – auch, wenn der VfB Stuttgart in Madrid keine Punkte geholt hat. Foto: dpa/Jan Woitas

Der VfB Stuttgart hat sich auf der großen internationalen Bühne sehr gut präsentiert. Jetzt geht es darum, diese Leistung in die Liga zu transportieren, kommentiert unser Redakteur Philipp Maisel.

„Ich möchte mich bedanken“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß zu später Stunde beim Bankett im Hotel mit dem passenden Namen Eurostar Suites Mirasierra. Der Trainer des VfB Stuttgart ergänzte: „Bei Ihnen allen, die Sie das möglich gemacht haben. Generell bei allen Fans. Und ganz besonders bei den Jungs, die hier in ihren schwarzen Trainingsanzügen sitzen. Ihr habt uns einen unvergesslichen Abend beschert.“

 

In der Tat lässt sich der Stolz, der bei Hoeneß’ Aussagen mitschwang, sehr gut nachvollziehen. Denn der VfB Stuttgart hat gezeigt, dass er sich international nicht nur mit den Besten messen, sondern sich mit den größten Kalibern auf Augenhöhe bewegen kann. Er hat es zwar nicht geschafft, die Sterne Europas in Form von Punkten zu erspielen, am Ende unterlag das Team den Königlichen 1:3. Aber die Mannschaft hat eine Leistung gezeigt, die wirklich aller Ehren wert war.

Wenn es dafür noch eines Beweises bedurfte, dann war es die Wahl zum Spieler des Spiels. Die fiel auf Thibaut Courtois. Wenn der gegnerische Keeper zum besten Mann auf dem Feld gewählt wird, hat man diesen auf jeden Fall durch zahlreiche Offensivaktionen gut beschäftigt – wenn auch nicht oft genug überwunden.

Jetzt geht es darum, diese Leistung in die Liga zu transportieren. Und sie dort dann möglichst konstant abzurufen. Dabei muss es gar nicht einmal das absolute Spitzenniveau sein, wie an diesem Dienstagabend in Madrid. Doch der Auftritt in Spaniens Hauptstadt sollte dem Team das Selbstvertrauen gegeben haben, um zukünftige Leistungsschwankungen, wie sie in den ersten Saisonspielen zu bemerken waren, zu nivellieren und auf ein durchgehend hohes Level anzupassen. Um wieder das Selbstverständnis zu erlangen, die Mannschaft in der vergangenen Saison ausgezeichnet und letztendlich auch getragen hat.

Man kann es auch anders formulieren. „But can they do it on a cold rainy night at Stoke?“ ist ein geflügelter Satz im englischen Sprachraum, wenn es darum geht, dass eine Mannschaft eben auch im grauen Ligaalltag zeigen muss, dass sie in der Lage ist, ihre beste Leistung abzurufen. Genau vor dieser Aufgabe steht der VfB jetzt. Und er hat die Grundlagen dafür geschaffen, sie auch zu meistern.