Mit Tempo über links: Silas im Spiel gegen den VfB Stuttgart. Foto: IMAGO/Sven Simon

Auf dem Rasen hat der Ex-Stuttgarter abgesehen von einer Szene keine Hauptrolle inne. Vor und nach dem Spiel verläuft das Treffen mit den früheren Teamkollegen herzlich.

Nach Spielende nahm Silas einen ungewohnten Weg. Für den Offensivspieler des FSV Mainz 05 ging es in den Katakomben nicht nach links in Richtung Heimkabine, sondern auf die gegenüberliegende Seite zur Umkleide der Gäste. Und damit zu vielen alten Bekannten. Sechseinhalb Jahre hatte der 27-Jährige beim VfB Stuttgart unter Vertrag gestanden, nun gab es nach dem 2:2 einiges zu besprechen mit seinen ehemaligen Teamkollegen.

 

Mehrere Minuten blieb Silas in der Kabine – und wie der Stuttgarter Angreifer Ermedin Demirovic im Anschluss zu berichten wusste, verlief das Wiedersehen herzlich. „Silas ist so ein lieber Mensch“, sagte der Mittelstürmer: „Das Herz geht auf, wenn man ihn sieht. Ich freue mich immer, ihn wiederzusehen, weil er wirklich herzensgut ist. Er bringt nur positive Stimmung rein.“ Schon vor Anpfiff hatte sich Silas am Spielfeldrand lächelnd mit dem Stuttgarter Teambetreuer Peter Reichert ausgetauscht, der in den gemeinsamen VfB-Jahren als Französisch-Dolmetscher eine wichtige Bezugsperson gewesen war.

Ermedin Demirovic: „Ich wünsche Silas jedes Tor, nur nicht gegen uns“

Im Duell mit dem VfB blieb der Stürmer derweil anfangs auf der Bank, ehe Trainer Urs Fischer ihn eine Viertelstunde vor Ende für Sheraldo Becker ins Spiel brachte. In einer Phase, in der die Konstellation eigentlich wie auf Silas zugeschnitten war: Die Rheinhessen führten mit 1:0, konnten kontern und wollten das Tempo des Kongolesen für die Umschaltmomente nutzen.

Einwechslung in der 74. Minute: Silas kommt für Sheraldo Becker. Foto: IMAGO/Jan Huebner

Wenige Minuten später war die Lage nach dem Stuttgarter Doppelschlag durch Ermedin Demirovic (76.) und Deniz Undav (77.) eine andere. Mainz lag auf einmal hinten und musste kommen, der VfB hatte das Momentum auf seiner Seite. Nicht ganz dankbar für Silas, der nach einem Ballgewinn noch zu einer aussichtsreichen Situation über die linke Seite kam. Der VfB fand aber schnell genug in die defensive Ordnung und konnte die Gefahr entschärfen.

Am Ende jubelte Mainz dann doch noch über den späten 2:2-Ausgleich – an dem der frühere Stuttgarter weder direkt noch indirekt beteiligt war. „Gott sei Dank hat er nicht getroffen gegen uns“, sagte Demirovic mit einem Schmunzeln – und gab Silas gute Wünsche mit auf den Weg für das Saisonfinale im Abstiegskampf: „Ich wünsche ihm jedes Tor, nur nicht gegen uns.“

Klar ist: Tore von Silas können die Mainzer gut gebrauchen, die neun Spieltage vor Schluss mit 24 Punkten mittendrin sind im Kampf um den Klassenverbleib in der Bundesliga. Nun steht aber zunächst einmal das Kontrastprogramm an: Am Donnerstag (21 Uhr) geht es für die 05er im Achtelfinale der Conference League gegen den tschechischen Club Sigma Olmütz. Und aus der Ferne werden auch die Stuttgarter ihrem früheren Mitspieler Silas die Daumen drücken.