Mit zwei Torvorlagen hat auch Josha Vagnoman gegen Frankfurt geglänzt. Nun will der 25-Jährige gegen Union Berlin an diesem Sonntag seinen Erfolgslauf fortsetzen.
Er war bei seinem Erstligadebüt im März 2018 mit 17 Jahren und 174 Tagen der jüngste Bundesligaprofi des Hamburger SV. Seit 2022 spielt Josha Vagnoman bereits für den VfB Stuttgart – ist im Dress der Cannstatter vor dem Heimspiel gegen Union Berlin an diesem Sonntag (15.30 Uhr) aber dennoch die Entdeckung der Stunde.
Schließlich hat der Rechtsverteidiger am Dienstag im mit 3:2 gewonnenen Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt zwei Torvorlagen zu bieten gehabt. Zwei Assists in einem Spiel sind ihm im VfB-Dress zuvor noch nie gelungen. Das Tor zur 2:1-Führung durch Deniz Undav leitete Vagnoman mit einem Steilpass durch die Schnittstelle der Eintracht-Hintermannschaft ein, ehe er durch seinen Querpass in der Schlussphase des Spiels mit dafür sorgte, dass die jubelnde VfB-Fangemeinde kollektiv die Hände in die Höhe riss.
Denn der ehemalige Jugendspieler des Hummelsbütteler SV, der sämtliche Junioren-Nationalmannschaften des DFB durchlaufen hat und unter Hansi Flick 2023 auch ein A-Länderspiel absolvierte, er fand mit seiner gut getimten Vorlage von rechts den Kollegen Nikolas Nartey am Fünfmeterraum der Frankfurter, der den Ball letztlich mit links zum 3:2-Siegtreffer einschob.
„Er ist inzwischen wieder seit mehreren Wochen in Topform und hat gerade in den beiden Spielen zum Jahresauftakt abgeliefert. Als physisch und technisch starker Spieler ist er für uns sowohl in der Offensive als auch in der Defensive ein extrem wichtiger Faktor“, sagt der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth über Vagnoman, der sich aktuell auf der Position des Rechtsverteidigers mit Lorenz Assignon mindestens ein Duell auf Augenhöhe liefert.
Das war nicht immer so: Und so jährt sich der Jahrestag der großen Demütigung des Josha Vagnoman am 29. Januar. Es war das Spiel, in dem das gesamte VfB-Team vom späteren Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain beim 1:4 die Grenzen aufgezeigt bekam. Doch der völlig überforderte Vagnoman war die besonders tragische Figur.
Schwere Zeiten musste der Verteidiger danach durchmachen. Vagnoman geriet ins Formtief, spielte in der Rückrunde der Vorsaison nur zweimal über 90 Minuten, war bei Teilen der Fans unten durch – und hatte danach lange mit muskulären Problemen zu kämpfen. Aber er beschwerte sich nicht.
Auch nicht, als er beim VfB im Sommer zunächst als klarer Kandidat für einen Abgang galt. So nahm der Club zwölf Millionen Euro in die Hand, verpflichtete den Rechtsverteidiger Lorenz Assignon von Stade Rennes, ehe es für Vagnoman in Stuttgart doch weiterging. Sein Vertrag wurde Ende August um zwei Jahre bis 2028 verlängert.
„Er ist groß, kräftig, stark, schnell, ausdauernd“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß: „Sein athletisches Profil findest du nicht so oft.“ Tatsächlich hat sich der 25-Jährige in dieser Runde sukzessive gesteigert, stand allein in der Bundesliga in zwölf von 17 Spielen in der Startelf. Die neue Konkurrenzsituation hinten rechts erfreut auch Fabian Wohlgemuth: „Josha hat sich nach einigen Verletzungen zurückgekämpft und erhöht den Wettbewerb bei uns auf dieser Position.“