Die Mitgliederversammlung 2019 ging als „schwarzer Tag“ in die VfB-Geschichte ein (Ex-Präsident Wolfgang Dietrich) Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Unter keinen Umständen soll sich eine Panne bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart wie 2019 wiederholen. Weshalb der Club alles daran setzt, damit die Technik funktioniert.

Stuttgart - Am Sonntag (11 Uhr) lädt der VfB Stuttgart zur Mitgliederversammlung in die Mercedes-Benz-Arena. Höhepunkt ist das Wahlduell zwischen Claus Vogt und Pierre-Enric Steiger ums Präsidentenamt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Organisation und Technik.

 

Kann die Veranstaltung trotz steigender Inzidenzen wie geplant stattfinden?

Bis zu einer Inzidenz von 35 ist die Veranstaltung sicher. Am Mittwoch lag der Wert in Stuttgart bei 14,6, bis Sonntag kann die 35er-Marke nicht mehr an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden. Außerdem ist die Veranstaltung vom Land Baden-Württemberg als Corona-Modellprojekt abgesegnet.

Wie viele Mitglieder werden erwartet?

Der VfB hat seine Mitglieder vorab um Rückmeldung gebeten. Auf dieser Grundlage rechnet er mit 2500 bis 3000 Besuchern.

Was müssen Teilnehmer beachten?

Es gilt die 3-G-Voraussetzung aus Getestet, Geimpft oder Genesen. Der VfB bittet um die Vorlage eines digitalen Nachweises. Masken müssen überall getragen werden – auch am Platz. Eine vorherige Registrierung ist nicht erforderlich. Jeder, der kommt und die Voraussetzungen erfüllt, wird auch reingelassen, verspricht der VfB.

Was kostet die Versammlung?

Mitgliederversammlungen sind ein teurer Spaß. Für das Versenden von Einladungen, für Technik, Ordnungsdienst etc. summieren sich die Kosten auf über 500 000 Euro. Getragen werden sie vom e. V.

Was unternimmt der Verein, damit sich ein Desaster wie 2019 nicht wiederholt?

Der 14. Juli 2019 markierte einen schwarzen Tag in der Vereinsgeschichte, wie der tags darauf zurückgetretene Präsident Wolfgang Dietrich anmerken musste. An jenem Tag sollten die 4677 anwesenden Mitglieder über Dietrichs Amtsenthebung abstimmen. Die Wahl lief über die Smartphones der Mitglieder, doch das WLAN in der Arena funktionierte nicht. Die Abstimmung musste abgebrochen werden, der VfB machte sich zum Gespött. Das soll sich auf keinen Fall wiederholen. „Wir haben einen Plan B und einen Plan C“ entwickelt, sagt der Vorsitzende des Vereinsbeirats, Rainer Weninger. Wie schon bei der reibungslos verlaufenen Präsidentenwahl von Claus Vogt im Dezember 2019 wurde der Dienstleister Adeus mit der Durchführung betraut. Die Abstimmungen sollen mit dem privaten Smartphone erfolgen. Dazu wurde in der Arena eine neue LTE-Anlage verbaut, mit der mobiles Internet auf Basis der Zuschauerkapazität zur Verfügung gestellt werden kann. Sollte es dennoch zu einem Ausfall kommen, stehen anders als 2019 autark laufende Tablets zur Verfügung.

Gibt es die Möglichkeit einer analogen Abstimmung?

Das wäre der von Weninger angesprochene Plan C. Für den äußersten Fall stehen Abstimmungskarten zur Verfügung. Laut Satzung könnte auch per Handzeichen abgestimmt werden. „Ich glaube, dieses Mal kann und wird nichts schiefgehen“, sagt Weninger. Auch rechtlich will der Verein nichts dem Zufall überlassen. Neben zwei eigenen Juristen wird ein Vertreter der Kanzlei Haver und Mailänder über die Versammlung wachen. Darüber hinaus beaufsichtigt der Notar Thomas Keßler den Verlauf der Wahlen.

Was ist aus dem Rechtsstreit zwischen dem VfB und dem damaligen Technik-Dienstleister geworden?

Die 2019 zuständige IT-Firma art4live ist inzwischen insolvent. Sie hat den VfB auf ausstehende Zahlungen verklagt, der VfB den Dienstleister wiederum auf Schadenersatz. Das Verfahren ist nach wie vor beim Stuttgarter Landgericht anhängig. Wegen des Insolvenzverfahrens des Systembereitstellers ist es aber unterbrochen.