Der VfB und Chris Führich (li./gegen Belgrads Cherif Ndiaye) werden sich ganz schön strecken müssen, um noch die K.-o.-Phase zu erreichen. Foto: IMAGO/Aleksandar Djorovic

Nach dem 1:5-Debakel in Belgrad hat sich die Ausgangsposition auf das Weiterkommen des VfB Stuttgart in der Champions League deutlich verschlechtert. Ein Blick auf die Tabellenkonstellation samt Ausblick auf die letzten drei Spiele.

Vier Punkte aus fünf Spielen: In der Fußball-Bundesliga ist das die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Und auch in der frisch reformierten Champions League bedeutet dies: Versetzung gefährdet. Mit vier Punkten nach fünf von acht absolvierten Partien steht der VfB Stuttgart nach dem jüngsten 1:5-Debakel bei Roter Stern Belgrad unter dem Strich der besten 24 Teams, die ab Februar die K.-o.-Phase ausspielen werden. Nur Platz 27, zwei Punkte hinter Platz 24, der momentan von Titelverteidiger Real Madrid belegt wird. „Wir haben es versäumt, uns in eine viel bessere Position zu bringen. Jetzt haben wir uns in eine Situation gebracht, in der du natürlich punkten musst“, analysierte Trainer Sebastian Hoeneß nach dem Spiel in Belgrad.

 

Der neue Modus offenbart viele Überraschungen und mit Blick auf die letzten drei Spieltage einen völlig offenen Ausgang. Sicher scheint im Moment nur: Für den VfB könnte es knapp werden. Vor dem Start der Champions-League-Saison hat der Statistikdienstleister Opta die Ligaphase 50 000-mal durchgerechnet. Mit folgendem Ergebnis: Elf Punkte aus acht Spielen reichen für das Erreichen von Platz 24 zu 100 Prozent. Zehn Punkte bedeuten mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent das Weiterkommen, bei neun Zählern sind es noch 69 Prozent. Bei acht Punkten reduzieren sich die Erfolgsaussichten auf die Qualifikation des Sechzehntel-Finals drastisch: auf nur noch 16 Prozent.

Mindestens fünf aus drei, lautet also das Motto für den VfB Stuttgart vor den anstehenden Begegnungen mit Young Boys Bern (heim), Slovan Bratislava (auswärts) und Paris Saint-Germain (heim). Ein Sieg und zwei Unentschieden – oder besser: zwei Siege – sollten also möglichst herausspringen. Möglich, aber kein Selbstläufer, wie die Partie in Belgrad gezeigt hat. Zählbares gegen die bis dahin punktlosen Serben war fest eingeplant. Heraus kam ein 1:5.

„Die Chancen sind natürlich weniger geworden“, sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und blickte auf den kommenden Gegner am 11. Dezember voraus. „Bern ist ein Gegner, der aufgrund der tabellarischen Situation aus unserer Sicht zu schlagen sein wird. Wir werden alles versuchen. Es bleibt unser Ziel, uns zu qualifizieren.“ Was von vielen übersehen wurde, war die Tatsache, dass Roter Stern vor dem Aufeinandertreffen mit dem VfB zwar ohne Punkte dastand, in Barcelona, Monaco, Benfica Lissabon und Inter Mailand aber auch starken Gegnern ausgesetzt war. Der Blick auf die Tabelle ist also nur bedingt aussagekräftig. Davon, dass Bern und Bratislava mit jeweils null Punkten das Tabellenende zieren, sollten sich die Stuttgarter also nicht blenden lassen.