Im Fokus beim VfB: Carlos Gruezo. Foto: Pressefoto Baumann

VfB-Gast Carlos Gruezo (18) muss wegen eines Virus' das Bett hüten – Dennoch liebäugelt Bobic mit seiner Verpflichtung.

Kapstadt - Er kam mit reichlich Vorschusslorbeeren zum VfB Stuttgart. Dass diese durchaus gerechtfertigt waren, hat Carlos Gruezo (18) bei seinem Einsatz im Testspiel gegen Vasco da Gama (Kapstadt) nachhaltig bestätigt. Dumm nur, dass er jetzt durch die Hintertür wieder geht: Der defensive Mittelfeldspieler, der als Juwel des ecuadorianischen Fußballs gilt, hat sich im Trainings­lager in Kapstadt ein Virus eingefangen, er leidet unter hohem Fieber (bis 40 Grad) und muss das Bett hüten. Die Ärzte verabreichen ihm Antibiotika, zumindest in Kapstadt wird er nicht mehr auf den Trainingsplatz zurückkehren. Ein Beinbruch für seine weitere Karriere ist das nicht. Gut möglich, dass sie beim VfB weitergeht.

Denn was Trainer Thomas Schneider und Sportdirektor Fredi Bobic bei den wenigen Trainingseinheiten und seinem Einsatz über 45 Minuten von ihm zu sehen bekamen, hat beide restlos überzeugt. „Gruezo ist aggressiv, technisch gut, schnell, und er hat eine gute Mentalität“, sagt Schneider über das 1,71 m große Talent von Barcelona SC Guayaquil. „Ein hochinteressanter Junge“, findet Bobic, „er hat mit 18 Jahren in dieser Saison 38 Erstligaspiele in Ecuador gemacht, das ist schon was. Und er hat schon dreimal in der südamerikanischen Champions League gespielt, auch das spricht für ihn.“ So sehr, dass der VfB erwägt, Gruezo mit einem Profivertrag auszustatten. Ob im Sommer oder sofort, ist offen. „Mal schauen, was machbar ist“, sagt Bobic. Als Ablösesumme wären rund 1,5 Millionen Euro fällig.

Gruezo eifert seinem Vater nach, der ebenfalls Carlos heißt und 15 Jahre lang in Ecuador Profi bei Barcelona, Espoli und Nacional war. „Ich hoffe, eine größere Karriere zu machen als er“, sagt Carlos junior. Er ist auf dem besten Weg. Mit 15 Jahren wechselte er 2009 nach Uruguay zu Defensor Sporting Club. Nach seiner Rückkehr wurde der ehemalige Stürmer 2012 mit Barcelona auf Anhieb Meister, zudem wählte ihn die Spielervereinigung des Landes in die Mannschaft der Saison. „Carlos hat geistige Reife und eine starke Persönlichkeit“, bescheinigt ihm Ecuadors U-17-Nationalcoach Javier ­Rodriguez. Unter ihm spielte er 2011 bei der U-17-WM in Mexiko. Beim 1:6 gegen Deutschland bezwang er VfB-Torhüter Odisseas Vlachodimos, Rani Khedira saß auf der Bank. Diese Erinnerung frischen die drei nun in Kapstadt auf. Womöglich bald auch in Stuttgart – wenn Gruezo VfB-Profi wird.

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