Nach diesem Gerangel sieht Deniz Undav (li.) die Gelbe Karte – und fehlt dem VfB nun gegen den FC Bayern. Foto: Baumann/Julia Rahn

Am 4:0-Sieg des VfB gegen den Hamburger SV gibt es im Grunde nichts auszusetzen. Die Stuttgarter hätten aber noch mehr daraus machen können, kommentiert unser Reporter Dirk Preiß.

Als die Sprache der Reporter auf die Chancenverwertung kam, antwortete Fabian Wohlgemuth, der Sportvorstand des VfB Stuttgart, mit einer Gegenfrage: „Wir ist das Spiel ausgegangen?“ Ja, seine Mannschaft hat den Hamburger SV am Sonntagabend zur Chancenlosigkeit verdammt und die Nordlichter 4:0 besiegt. Da gibt es – logischerweise – nicht viel zu meckern.

 

Neben der unnötigen Gelben Karte gegen Deniz Undav (er fehlt nun am kommenden Sonntag beim FC Bayern) war es allerdings schon etwas ärgerlich, dass der VfB die Gunst der Stunde nicht genutzt und die Hamburger noch deutlicher besiegt hatte. Der HSV war ohne seine Besten, Luka Vuskovic und Miro Muheim, nach Stuttgart gekommen. Und alle, die dabei waren, hatten nicht gerade ihren besten Tag – vom Torhüter Daniel Heuer Fernandes mal abgesehen.

Der VfB dagegen legte mit einer starken und dominanten Leistung selbst den Grundstein für einen deutlichen Sieg – und hätte sich mit Blick auf die Tabelle selbst einen noch größeren Gefallen tun können. Denn im äußerst engen Rennen um die Plätze drei und vier hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund kann es am Ende durchaus auch auf das Torverhältnis ankommen.

Der VfB hat 56 Punkte auf dem Konto (+22 Tore), RB Leipzig ebenfalls (+20). Dahinter lauert Bayer Leverkusen mit 52 Zählern und ebenfalls +20 Toren. Und klar, auch gegen den HSV galt es erst einmal, überhaupt den Sieg sicherzustellen – das Hinspiel ging schließlich noch verloren. An diesem Sonntagabend wäre dann aber noch mehr möglich gewesen als das 4:0. Die Gelegenheit war einfach günstig. Zu erwähnen wäre da, zum Beispiel, der verschossene Foulelfmeter durch Deniz Undav. Aus dem Spiel heraus gab es zudem 20 Torschüsse des VfB – und weitere Möglichkeiten, zum Abschluss zu kommen.

Der VfB konnte gegen den Hamburger SV vier Tore bejubeln. Foto: Baumann/Volker Mueller

Ja, das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber so ein bisschen ärgern darf man sich im Stuttgarter Lager schon nach dem Sieg gegen den Hamburger SV. Viel wichtiger ist allerdings, sich nun gut auf die kommende Partie vorzubereiten. Am Sonntag (17.30 Uhr) tritt der VfB beim deutschen Branchenprimus an. Da braucht es mindestens eine solche Leistung wie gegen den Hamburger SV – und Tore.

Wenn man es positiv sehen will, haben sich die Stuttgarter noch das eine oder andere für München aufgespart.