Die Harthauser Wäschweiber mit ihrem Narrenruf "Wäsch-Weib’r" feiern in dieser Fasnetssaison Premiere. Foto: Gauggel

Die Vetterzunft Harthausen hat schon lange geplant, eine neue Narrenfigur in die Vetterfamilie zu integrieren. Nun stehen die "Harthauser Wäschweib’r" in den Startlöchern.

Winterlingen-Harthausen - Schon im Frühjahr hatte die Narrenzunft Harthauser Vetter das Häs und die Konturen der Maske des sogenannten "Wäschweibs" im Vetterstüble vorgestellt und kurz darauf bei einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen, es einzuführen. Nun, in der kürzlich gestarteten fünften Jahreszeit, ist das neue Häs erstmals bei Umzügen und närrischen Veranstaltungen zu bewundern.

"Unsere Wäschweib-Abteilung besteht derzeit aus 60 erwachsenen Frauen und Männern sowie 23 Kindern und Jugendlichen", sagt informiert Carmen Locher bei der Vorstellung der "Harthauser Wäschweib’r" im Vetterstüble und ergänzt, dass die Zunft mit einem derartig großen Interesse im Vorfeld nicht gerechnet habe. Die Maske des Wäschweib’s gibt es in zwei unterschiedlichen Versionen, einmal mit grimmigem oder einmal mit freundlichem Blick. Auch bei den Häsern gibt es Unterschiede, und zwar im Hinblick auf die Gestaltung der Schürzen.

Die Masken für Kinder kommen aus dem 3D-Drucker

Während die Masken der Erwachsenen von Maskenschnitzer Markus Heinzelmann in Steinhilben aus Holz gefertigt und bemalt wurden, sind die Masken der Kinder und Jugendlichen verkleinerte Repliken aus Kunststoff. Diese Masken aus dem 3D-Drucker hat der Harthauser Hobbymaler Paul Pfaff anschließend kunstvoll bemalt, so dass sie perfekt zu den hölzernen Originalen passen.

In der Ortsgeschichte haben die "Harthauser Wäschweib’r" ihren Hintergrund, über den am 29. Dezember 1927 sogar die in Gammertingen erschienene Lauchert-Zeitung in launiger Gedichtform berichtete. Zwei Frauen haben offenbar zusammen im Juhe ihre Wäsche gewaschen und dabei – wie üblich – miteinander über die Neuigkeiten im Ort "g’schwätzt und g’lacht". Das Ganze nimmt allerdings eine jähe Wendung, als eine von ihnen vom Dach der Nachbarin Rauch aufsteigen sieht. Aufgeregt und in Panik wird die Feuerwehr alarmiert, und auch der Bürgermeister eilt zum angeblichen Brandort im Juhe.

Kein Feuer in Sicht – da ist der Spott programmiert

Als die Feuerwehr eintrifft, findet sie trotz intensiver Suche jedoch keinen Brandherd. Der Rauch auf dem Dach entpuppt sich schließlich als der Dampf, der von feuchten Dachziegeln aufsteigt – die Sonnenwärme ist der Grund. Die Wäschweiber vom Juhe indes, die diesen Fehlalarm ausgelöst haben, ernten danach so viel Spott, dass auch die damalige Presse davon erfuhr und unter der Überschrift "Das Brändle uf am Juhe" berichtete. Alle Fasnetsfreunde – nicht nur in Harthausen – dürfen also auf die kommenden Auftritte der "Harthauser Wäschweib’r" gespannt sein.

 Gelegenheit, das neue Häs zu bewundern, besteht am 27. Januar beim Nachtumzug in Gammertingen, am 28. Januar beim Nachtumzug in Bollschweil, am 29. Januar beim Umzug in Dettingen und am 5. Februar beim Umzug des Alb-Lauchert Rings in Ebingen.