Passend zum Motto „Watel-Männer“ war auch die Guggamusik in knallorangenen Warnwesten erschienen. Foto: Karl-Otto Gauggel

Knallorangene Warnwesten dominierten den Vetterball in Harthausen, der unter dem Motto „Watel-Männer“ stand. Die Narren entführten die Gäste ins Abenteuerland, verwandelten den Saal in einen Chor – und ließen in einem Sketch die „Hüllen fallen“.

Ganz im Zeichen der „Watel-Männer“ stand der traditionelle Vetterball der heimischen Vetterzunft zusammen mit dem Musikverein am Fasnetssamstag in der bis zum letzten Platz ausverkauften Festhalle.

 

Waren es doch die Arbeiter dieser Firma, die in ihren orangefarbenen Warnwesten im vergangenen Jahr bei der Verlegung der Breitbandkabel das Ortsbild durchgängig prägten. Nicht nur bei der Guggamusik, sondern auch in der Kostümierung der Gäste war dementsprechend diese „Watel-Farbe“ in der Halle nicht zu übersehen.

Die Minigarde tanzt gekonnt von Harthausen aus ins „Abenteuerland“

Der Auftakt in das nahezu dreistündige Programm – anmoderiert von Pascal Braun und Andre Lorrain – war der Minigarde vorbehalten, die mit ihren Trainerinnen Anka Sessler, Sarah Oswald und Beate Holzmann einen bunten Tanz aus dem „Abenteuerland“ auf die Bühne zauberten.

Die Neuigkeiten aus dem Flecken gab es im Vetterprolog, in dem das närrische „Dreigestirn“ der Vetterzunft mit Christoph Abt, Holger Bach und Robert Mauz so manches „Missgeschick“ einzelner Mitbürger ans Licht brachten.

Die Zisterne des Holger Lorrain blieb nicht lange unter der Erde

Dabei auch der Vorsitzende im Musikverein, Holger Lorrain, der eine Wasserzisterne in seinem Gartenteich einbuddelte und in der darauffolgenden Nacht aus dem Schlaf gerissen wurde, als das tief eingegrabene Behältnis mit lautem Getöse wieder nach oben gelangte und im völlig verdreckten Teichwasser wie ein Containerschiff in seinem „Gartenozean“ schwamm.

Dazu passte perfekt der vom Musikverein unter der Leitung von Walter Hauser intonierte Harthauser Narrenmarsch „ Alle Vetter sind schon da“, zu dem aus voller Kehle mitgesungen wurde.

Wunderschön war im Anschluss der Auftritt der Jugendgarde in einer Choreographie von Selina Kromer, Anne Gauggel, Sarah Mauz und Annika Hospach, bei der das Publikum in in das geheimnisvolle „Land der Fledermäuse“ mitgenommen wurde.

Ein Höhepunkt noch vor der Pause war sicherlich der Sketch einer Damengruppe, bei dem alle Hüllen fielen und die gewaltigen Unterschiede beim Duschen zwischen den Bäsle und Vettern detailreich demonstriert wurden.

In ein gruseliges „Monsterlabor“ entführte die Performance der Vettergarde, bei der die knöchernen Gerippe enorme Beweglichkeit und zirkusreife Akrobatik an den Tag legten,

Mit ihrem Gesang steckten die „Harthauser Goldkehlchen“ alle an

Im Sketch der geschwätzigen Putzfrauen Kathrine Koch und Bärbel Kromer erfuhr man so einiges von den amourösen Abenteuern ihrer Männer beim Feuerwehrausflug nach Paris, was die Lachmuskeln gehörig strapazierte.

Ein weiteres Highlight des Abends war der Auftritt der „Harthauser Goldkehlchen“, die als stimmgewaltiger Männerchor bekannte Hits von der Bühne schmetterten. Der gesangliche Funke sprang sofort auf das Publikum über und die ganze Halle sang laut jubelnd mit.

Einen Vorgeschmack auf die 750-Jahr-Feierlichkeiten Harthausens gab es beim Sketch von Melanie Mauz und Diana Giovanniello, die als Eheleute aus dem benachbarten Benzingen eigentlich ins Festzelt wollten – jedoch schon vor dem Zelt derart in Streit gerieten, so dass daraus nicht mehr wurde.

Noch einmal richtig eingeheizt hat zum Ende des Abends hin die Guggamusik, die mit schrägem Sound die Halle rockte und Gäste zum Mitjubeln ausgelassen auf Stühle und Tische trieb. Den Schwung nahmen diese gerne mit und die Party ging danach mit dem „Schwarzwald Quintett“ bis spät in die Nacht in die närrische Verlängerung.