Pfarrer Klaus Gölz (links) und Reinhold Hummel vor der evangelischen Pauluskirche in Schwenningen, in der auch 2026 wieder die Vesperkirche ihren Platz haben wird. Foto: Cornelia Hellweg

Die Vorbereitungen laufen: Die 23. Vesperkirche unter dem Motto „Gemeinsam an einem Tisch“ findet vom 18. Januar bis zum 8. Februar 2026 wieder in der Schwenninger Pauluskirche statt.

Ein eingespieltes ehrenamtliches Team macht es möglich, dass die Vesperkirche auch im kommenden Jahr drei Wochen lang als Ort der Gemeinschaft bei einem warmen Essen erlebt werden kann. Zum dann 23. Mal wird die evangelische Pauluskirche in Schwenningen zum „Gasthaus am Weg“.

 

Den Stand der Vorbereitungen erläuterten Reinhold Hummel und Pfarrer Klaus Gölz vom Organisationsteam im Rahmen eines Pressegesprächs. Pfarrer Gölz ist neu dabei und steigt ins Begrüßungsteam ein. Die Pfarrstelle Nord sei verbunden mit der Diakonie, erläuterte er. „Ich freue mich, jetzt näher an der Vesperkirche dran zu sein.“

In diesem Jahr sorgten genau 405 Ehrenamtliche für einen reibungslosen Ablauf. Wer im nächsten Jahr dabei sein möchte, kann sich über das Helfertelefon vom 1. bis zum 5. Dezember melden (siehe Infokasten). Firmen melden sich separat an. „Wir wollen, dass auch Neue zum Zug kommen können“, sagte Reinhold Hummel. Daher sei die Zahl der Einsätze bei Tätigkeiten wie dem Service am Tisch, Trägerdiensten oder die Spülküche auf drei beschränkt. Wer nur zu bestimmte Zeiten kann, sollte sich in dem angegebenen Zeitraum möglichst schnell melden. Pro Tag sind während der drei Tage Vesperkirche rund 35 Helferinnen und Helfer im Einsatz.

Zwei Euro pro Mahlzeit

Für das tägliche Mittagessen wird ein symbolischer Preis von mittlerweile zwei Euro verlangt. Dafür gibt es bei Bedarf auch noch eine Vespertüte zum Mitnehmen und die Möglichkeit, Kaffee und Kuchen zu genießen. Der niedrige Preis deckt aber bei weitem nicht die Kosten ab. „In den vergangenen Jahren hat sich der reale Preis für das Essen verdoppelt – nämlich von 4,50 auf jetzt rund 9,50 Euro“, berichtete Hummel. Daher hofft man im Organisationsteam auf möglichst viele so genannte „Solidaresser“.

Also Menschen, die fünf Euro und mehr geben. In der Regel lautet die Bilanz so: 60 Prozent der Besucher zahlen den symbolischen Preis, 40 Prozent sind Solidaresser. Die Gesamtkosten von drei Wochen Vesperkirche bezifferte Hummel mit 80 000 Euro, der Anteil für das Essen macht 40 000 Euro Kosten aus.

Da sich das Projekt selbst finanziert, spielen Spenden und Sponsoren eine große Rolle. Hier werde es enger, da beispielsweise Firmen aufgrund der wirtschaftlichen Situation ihre Budgets in diesem Bereich kleiner hielten. „Wir müssen uns in einem schwerem Umfeld behaupten.“ Über Kuchenspenden aus der Bevölkerung freuen sich die Verantwortlichen. Im vergangenen Jahr bereicherten insgesamt 300 Kuchen den Speiseplan. 2025 kamen insgesamt rund 3800 Gäste zur Vesperkirche.

Keine Armenspeisung

„Die Vesperkirche ist keine Armenspeisung“, unterstrich Reinhold Hummel. Er höre öfter „Ich will keinem Bedürftigen den Platz weg nehmen.“ Darum gehe es nicht. Das Konzept lebe davon, dass unterschiedliche Menschen sich dort begegneten und ins Gespräch kommen könnten. Es solle einladend für alle sein. Deswegen auch weiße Tischdecken und ein ansprechendes Ambiente. Eben die beste Stube der Kirchengemeinde. Das Team sei voller Hoffnung, dass es „eine gute Vesperkirche wird“. Zweimal in der Woche wird es kulturelle Angebote geben.

Das Helfertelefon

Wer die Vesperkirche
ehrenamtlich als Helferin oder Helfer unterstützen möchte, kann sich von Montag, 1. Dezember, bis Freitag, 5. Dezember, unter der Telefonnummer 07720/60 98 910 melden zu folgenden Zeiten: Montag von 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, Dienstag von 9 bis 12 und 17 bis 20 Uhr, Mittwoch von 13 bis 17 Uhr, Donnerstag von 9 bis zwölf Uhr und Freitag von 14 bis 17 Uhr.  Damit möglichst viele zum Zuge kommen können, ist die Zahl der Einsätze auf drei beschränkt.