Jung und Alt kommen bei der Horber Vesperkirche zusammen: Hannah von der Berufsschule bedient gut gelaunt eine ältere Besucherin. Foto: Jürgen Lück

Zur Eröffnung kamen über 100 Besucher ins Steinhaus nach Horb. Im Trend: Mehr Junge. Mehr, die es brauchen. Mehr Soße.

Die Speisekarte wird – wie immer – vorab geheimgehalten. Trotzdem startet die 18. Horber Vesperkirche im Steinhaus gleich mit Schweinebraten der Metzgerei Thomma – und über 100 Besuchern.

 

(Vesperkirchen-)Legende Ursula Nagel steht am Eingang an den Fotobüchern. Sie sagt: „Ich bin heute privat hier. Unglaublich, was schon am ersten Tag für ein Andrang herrscht. Sonst hatten wir an den ersten Tagen zwischen 50 und 70 Besucher. Vielleicht liegt es daran, dass die Vesperkirche inzwischen in der Mitte der Woche startet. Ich finde es schön, wie viel junge Leute als Helfer sind und handfest lernen, was Zusammenhalt in der Gesellschaft wirklich bedeutet.“

Denn: Zum Auftakt der Vesperkirche sind nicht nur die Schüler von der Berufsschule aus dem hauswirtschaftlichem Zweig da, sondern auch Azubis und Studenten der Dualen Hochschule Horb von Horbs größtem Arbeitgeber Bosch Rexroth.

Metall-Lehrer Thum will seine Schüler neugierig machen

Im „Séparée“ hinter dem Garderobenständer am Eingang sitzt Berufsschullehrer Patrick Thum mit sieben Schülern aus der Metallklasse. Er sagt: „Die sind mitgekommen. Ich hoffe, die Atmosphäre hier inspiriert sie, auch im nächsten Jahr als Helfer mit einzusteigen.“

Im Team: Jung und Alt haben Freude daran, in der Horber Vesperkirche im Steinhaus die Besucher zu bedienen. Foto: Jürgen Lück

Michael Vogelmann von der Caritas, Orga-Team Vesperkirche: „Das wäre für mich ein Herzensanliegen. Als ich in die Vesperkirche eingestiegen bin, war mein Anliegen, viele junge Menschen für das Engagement zu gewinnen. Nach der Hauswirtschaft und den Azubis von Bosch Rexroth werden auch MGG-Schüler im Einsatz als Helfer sein. Es wäre schön, wenn weitere junge Helfer dazukommen – beispielsweise aus der Metallklasse.“

Vogelmann: „Vesperkirche wird mehr gebraucht“

Die Vesperkirche 2026 in ernsten Zeiten. Pastoralrefent Dominique Amon Nindjin hat eine weiße Taube aus Styropor dabei, betet mit allen für den Frieden.

Caritas-Mitarbeiter Vogelmann: „Die über 100 Besucher zur Eröffnung könnten auch darauf hinweisen, das die Vesperkirche mehr gebraucht wird als in der Vergangenheit. Ich hatte viele Rückmeldungen von Gästen, die sagten: Endlich ist wieder Vesperkirche. Acht Tage lang. Ein warmer Raum, Essen, Gespräche und Beisammensein.“ Fahrer Wolfgang Trunte chauffierte die Gäste sogar aus Empfingen herbei.

Ursula Nagel: „Die Gesellschaft spaltet sich immer mehr angesichts der gestiegenen Preise. Das kann man auch aus dem ersten Tag Vesperkirche herauslesen.“

Der Trend von Neu-OB Keßler: Mehr Soße

Zur Eröffnung ist die Stadtspitze gekommen: Neu-OB Michael Keßler (CDU) und Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP). Keßler gibt gleich mal den Schwaben beim Schweinebraten von Thomma: „Mehr Soß. Das Fleisch soll sich baden.“

Steht auf mehr Soße: Horbs OB Michael Keßler (CDU) bei der Eröffnung der Vesperkirche im Steinhaus. Daneben Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP). Foto: Jürgen Lück

Apropos Genuss. Margarete Peters Kult-Torte zur Eröffnung der Vesperkirche Horb ist diesmal mega-erfrischend: Erdbeeren und Himbeeren – liebevoll verziert mit Guss und den Worten: „Herzlich willkommen zur Vesperkirche.“ Michael Vogelmann: „Neben der Küche der Spitalstiftung werden auch das syrische Restaurant Morgenland und Straubs Krone aus Bildechingen die Gäste bekochen.“

OB Keßler: „Klasse, dass so viele für die Bedürftigen kochen und die Vesperkirche und die Menschen von Horb unterstützen. Doch das Essen ist nicht das Wichtigste. Sondern dass sich hier alle treffen und miteinander reden.“

Auch gut: Die Vesperkirche feiert wieder am Wochenende. Möglich machen das Improtent (Impro-Theater aus Horb) und die Horber Band „Kieran’s Garden“ beim Kulturabend am Samstag, 17. Januar, ab 19.30 Uhr beim Kulturabend. Sonntag startet sie mit dem ökumenischen Gottesdienst in der Johanneskirche ab 10.30 Uhr.