Im Gemeindehaus Ringhof in Freudenstadt findet momentan wieder die ökumenische Vesperkirche statt. Bereits zum Auftakt am Freitag wurden 240 Essen ausgegeben. Die Aktion läuft noch bis Freitag, 31. Januar.
Der Andrang bei der Freudenstädter Vesperkirche wird von Jahr zu Jahr größer. Daran ändert offenbar auch ein Wechsel des Veranstaltungsorts und die Tatsache, dass dieses Mal ein Wochenende in die Vesperkirche integriert wurde, nichts.
Noch bis zum 31. Januar haben die Vesperkirchenbesucher die Gelegenheit, im Ringhof kostenlos ein warmes Essen, eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen sowie die Gemeinschaft und das Beisammensein zu genießen.
Dass an einem einzigen Tag oftmals mehr als 200 Essen – und damit deutlich mehr als bei der Vesperkirche in Horb mit durchschnittlich etwa 100 Essen am Tag – ausgegeben werden, ist zwischenzeitlich eher die Regel als die Ausnahme.
Austausch mit meist zufälligen Tischnachbarn
Nicht nur am Freitag, sondern auch am Samstag war der Saal im Ringhof nahezu voll besetzt. Die Vorab-Einschätzung von Mitorganisatorin Martina Grebe vom Steuerungsteam, dass es an diesem Wochentag sicherlich weniger Besucher sein würden, erwies sich als falsch. Gut 200 Essen wurden auch da an den mit Blumen dekorierten Tischen im Ringhofsaal verzehrt, am Sonntag waren es deutlich über 250 Essen.
Die große Nachfrage liegt einerseits am Bedarf, andererseits aber auch an der Tatsache, dass sich die Besucher einfach wohlfühlen. Sie alle werden an den Tischen bedient, können beim Essen grundsätzlich zwischen einer vegetarischen und nicht-vegetarischen Variante wählen und haben danach auch noch die Möglichkeit, ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee zu genießen und sich dabei mit dem meist zufälligen Tischnachbarn auszutauschen – oder auch nicht.
17 Helfer pro Tag im Einsatz
Das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Austausch ist bei vielen Besuchern schon deshalb groß, weil sie dazu während des Jahres aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel und der deshalb nur begrenzten Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe gar keine Gelegenheiten haben. Viele kommen deshalb seit Jahren und freuen sich auch richtig auf den Start, weiß Grebe.
Damit alles reibungslos funktioniert, sind täglich etwa 17 Helfer im Einsatz. Ein Team bedient, ein anderes gibt Getränke und Kuchen heraus oder sorgt für den Abwasch in der Küche. Eine Schulklasse hat das Team beim Aufbau unterstützt. Das Essen kommt von der Hirschkopfmetzgerei und vom „Windrad“ der Erlacher Höhe.
Dieses Mal kein kostenloser Haarschnitt
Ein kurzer geistlicher Impuls an jedem Tag erinnert an den christlichen Hintergrund. Lediglich am Sonntag hielt Pfarrerin Gabriele Grossbach, selbst Mitglied der Steuerungsgruppe in der Vesperkirche, einen vom Posaunenchor umrahmten Gottesdienst vor der Mahlzeit. Worauf die Gäste dieses Mal verzichten müssen, sind Zusatzangebote wie der kostenlose Haarschnitt oder die Anwesenheit eines Arztes für medizinische Fragen.
Grebe betont, dass sich das Team auch jederzeit über Solidaritätsesser und Amtsträger freue, die der Vesperkirche einen Besuch abstatten.
Die Vesperkirche startet täglich um 11.30 Uhr im Gemeindehaus Ringhof und findet noch bis einschließlich Freitag statt. An diesem Montag gibt es Fleischkäse mit Bratkartoffeln und Kürbissuppe.