Rund 580 Gäste pro Tag kamen dieses Jahr zusammen, um gemeinsam zu essen und sich auszutauschen.
Eine klare Entwicklung zeigte sich bei den Gästezahlen: Rund 580 Menschen pro Tag besuchten die Vesperkirche. Zusätzliche Tische und ein Außenbereich halfen, die große Nachfrage zu bewältigen. Durch das warme Wetter wurde auch der Außenbereich gut angenommen.Um den Andrang zu stemmen, waren mehr als 500 Helfer im Einsatz – darunter 260 Ehrenamtliche und 250 Jugendliche. Zudem sorgten 60 Kuchenbäcker täglich für ein großes Buffet.
Das Leitungsteam bedankt sich besonders bei den Ehrenamtlichen, die flexibel einspringen konnten. Auch die Unterstützung von Schülern und Azubis machte einen sichtbaren Unterschied. Am Dienstag wurde den Mitarbeitern mit Gesang des Ensembles STIMM3 für ihre Arbeit gedankt.
Abschluss: Azubis helfen
Am letzten Tag unterstützten 15 Azubis des Plattenaufteilunternehmens Homag – von der Essensanfahrt über die Ausgabe bis zum Abbau. Azubi Micha Griesenbeck war bereits im vergangenen Jahr dabei: „Für mich ist es immer wieder schön, die Gemeinschaft unter den vielen Menschen zu erleben.“ Auch Ausbilder Christoph Gräsle kennt den Einsatz: „Es ist immer wieder eine Herausforderung, den Ansturm zu bewältigen und es jedem Recht zu machen.“ Dennoch lohne es sich „für die glücklichen Gesichter der Leute“.
Eine Schülergruppe des Hermann-Hesse-Gymnasiums besuchte die Vesperkirche in ihrer Mittagspause. „Wir haben die letzten Jahre als Ehrenamtliche mitgeholfen“, sagt Fabian Rentschler. Dieses Jahr wollten sie einfach als Gäste vorbeischauen. Trotz der vielen Menschen herrsche immer eine gute Gemeinschaft, ergänzt Daniel Jung.
Ein weiterer Höhepunkt war laut Diakonin Anika Hitzenstern der Einsatz einer Gruppe aus dem Maßregelvollzug des Zentrums für Psychiatrie in Hirsau. Sie half nicht nur beim Aufbau der Bänke, sondern arbeitete den ganzen Tag mit. Dem Organisationsteam ist die Vielfalt der Helfer besonders wichtig: von gehandicapten Schülern über Azubis und Berufstätige bis hin zu Rentnern und Menschen aus sozialdiakonischen Einrichtungen.
Damit die Vesperkirche stattfinden kann, braucht es laut Dekan Erich Hartmann neben den Ehrenamtlichen auch viele finanzielle Unterstützer. Durchschnittlich 1700 Euro pro Tag wurden gespendet. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Aktion auf etwa 60 000 bis 70 000 Euro.
Rekordtag der Vesperkirche
Am 11. März war die Vesperkirche so voll wie noch nie: 750 Gäste kamen, knapp 900 Essen wurden ausgegeben – das sei ein Rekord seit zehn Jahren. Durchschnittlich wurden täglich 650 bis 700 Essen verteilt. Auch bei den Kuchenspenden gab es einen Höchstwert: 88 Kuchen an einem Tag.
Sebastian Kirsch, Teamleiter der Wohnungshilfe Erlacher Höhe im Kreis Calw, sagt: „Wir haben vor zehn Jahren groß begonnen und sind immer weiter gewachsen.“ Die Grundwerte seien aber gleich geblieben, ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: „Zeit – gemeinsam – genießen.“ Für Kirsch ist klar: „Nach der Vesperkirche ist auch vor der Vesperkirche.“ Deshalb ruft er weiterhin zu Spenden auf. Sicher sei jedoch: Ohne die Unterstützung der vergangenen zehn Jahre wäre die Vesperkirche heute nicht möglich, betont Dekan Hartmann.