Bereits zum vierten Mal öffnet die Vesperkirche von 22. Februar bis 3. März im Ebinger Marienheim ihre Türen.
Als großes Begegnungsprojekt verschiedener gesellschaftlicher Schichten hat sich die ökumenische Vesperkirche im katholischen Gemeindehaus Marienheim in Ebingen etabliert. Die inzwischen vierte Auflage beginnt am Sonntag, 22. Februar, und endet am Dienstag, 3. März. Träger der Vesperkirche sind neben der evangelischen Kirchengemeinde Ebingen, der Seelsorgeeinheit Ebingen-Lautlingen-Margrethausen und dem katholischen Dekanat Balingen, die Caritas Schwarzwald-Alb-Donau sowie die Diakonische Bezirksstelle Balingen. Schirmherr ist Oberbürgermeister Roland Tralmer.
„Jeder gibt so viel, wie er kann“ für die Speisen
Täglich von 11 bis 14 Uhr gibt es ein warmes Mittagessen, dazu Kaffee und Kuchen als Nachtisch. Jeden Tag steht eine vegetarische Alternative zur Verfügung. Das Essen hat keinen festen Preis. „Jeder gibt so viel, wie er kann“, betont Achim Wicker, Dekanatsreferent im katholischen Dekanat Balingen. So solle es auch Menschen mit kleinem Geldbeutel ermöglicht werden, das Angebot wahrzunehmen. Ganz getreu dem Motto: „Miteinander. Essen. Reden. Leben.“ Jedoch freuen sich die Organisatoren, wenn wohlhabendere Gäste eine größere Spende hinterlassen. Dass die Preise für Speisen und Getränke gestiegen sind, spüre auch die Vesperkirche. Ohne Sponsoren sei das Projekt nicht möglich, macht Uwe Stier, Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Ebingen-Lautlingen-Margrethausen, deutlich. Unter der Woche beliefert die Küche der Firma mey die Vesperkirche mit Gerichten wie Schnitzel, Maultaschen, Cevapcici oder Lasagne; am Wochenende wird das Essen aus dem Balinger Klinikum bezogen.
Eine Vielzahl an Aufgaben ist zu erledigen
Genauso braucht es zahlreiche Ehrenamtliche, die die Vielzahl an verschiedenen Aufgaben erledigen. Bedienung, Essensausgabe, Spüldienst, persönlicher Empfang der Gäste und Gesprächspartner für die Besucher sein, nennt Albstadts Diakon Michael Weimer einige Tätigkeiten. Die Dienste erstrecken sich von circa 10.15 bis 15 Uhr. Wer sich vorstellen kann, mitzuhelfen, ist beim Infoabend am Mittwoch, 28. Januar, ab 19.30 Uhr im Marienheim an der richtigen Stelle. Dazu werden Kuchenspenden benötigt. Täglich gehen zehn bis zwölf Kuchen über die Theke. Wer backen oder sich als ehrenamtlicher Helfer beteiligen möchte, meldet sich unter der Nummer (07431) 47 74. Fest steht bereits, dass wieder einige Schüler der elften Klasse des Gymnasiums Ebingen mithelfen. „Es haben sich so viele Schüler wie noch nie gemeldet“, freut sich Stier.
Impuls begleitet das Mittagessen
Neben dem Mittagessen, das täglich von einem geistlichen Impuls begleitet wird, gibt es auch wieder ein Rahmenprogramm. Auftakt ist am Sonntag, 22. Februar, ab 10.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Martinskirche. Am Donnerstag, 26. Februar, findet ab 19 Uhr ein Kulturabend mit der schwäbisch-irischen Band „Finn Mc Cool“ bei freiem Eintritt statt. Dazu gibt es ein Benefizkonzert zugunsten der Vesperkirche am Sonntag, 1. März, ab 18 Uhr in der Kirche St. Josef mit dem Chor Effata unter der Leitung von Martin Wäschle.
Dass die Vesperkirche in Albstadt eine Erfolgsgeschichte ist, zeigen die Besucherzahlen aus den vergangenen Jahren. 2025 wurden 1248 Gäste verzeichnet, darunter auch 58 Kinder. Unter die Gäste mischen sich erneut Vertreter der Diakonie sowie der Caritas. Aus den Erfahrungen der Vorjahre ist bekannt, dass Ratsuchende mit Sorgen jeglicher Art – seien es Geld-, Suchtprobleme oder Einsamkeit – dieses niederschwellige Angebot zu schätzen wissen. Einige Gesichter, die sie bei der Vesperkirche kennengelernt habe, sehe sie später in den Beratungszentren wieder, sagt Patricia Seibert-Klöck von der Diakonie. Dazu werden soziale Projekte wie das Kaufwaschcafé oder das Sozialkaufhaus vorgestellt.
Schwangerschaftsberatung und Integration
Die Caritas ergänzt das Angebot beispielsweise mit Schwangerschaftsberatung sowie Integrationsmanagement. „Das Ziel ist es, die gesamte Gesellschaft abzubilden. Dass Menschen ins Gespräch kommen, die sich außerhalb der Vesperkirche privat nicht unterhalten würden“, hebt Achim Wicker nochmals hervor. Heißt: Gesellschaftliche Blasen, in denen sich die Menschen in ihrem Alltag bewegen, werden aufgelöst. „Viele Gäste kommen daher jeden Tag“, weiß Doris Burgmann von der evangelischen Kirche. So würden auch neue Freundschaften entstehen.