Seit mehr als 40 Jahren garantiert der Effringer Unterhaltungsabend Theaterspaß und Chorgesang in der Schönbronner Halle.
Im Mittelpunkt des Unterhaltungsabends stand der mit viel Situationskomik gespickte schwäbische Schwank „Baby wider Willen“, doch viel Beifall gab es auch für die fünf Liedvorträge der Effringer Sängerinnen und Sänger.
„Das ist eine schöne Tradition, die zur Gemeinschaft im Ort beiträgt“, betonte Sängerchef Werner Dengler am Wochenende mit Blick auf die bewährte Zusammenarbeit von VfB Effringen und Gesangverein „Eintracht“ Effringen, die immerhin schon seit 1984 einen Publikumsmagneten bildet. Daran hat sich auch nach mehr als 40 Jahren nichts geändert: Nach 22 Minuten waren alle Karten für den Samstag verkauft, was einen neuerlichen Vorverkaufsrekord darstellt.
Erfreulich war für Werner Dengler nicht nur, dass sich der Chor mit fünf Liedern präsentieren konnte. Denn erstmals traten die Sängerinnen und Sänger in Effringen mit ihrer neuen Chorleiterin Maria Martinez Gabaldon auf, „die uns mit ihrem spanischen Temperament begeistert“, wie der Sängerchef betonte. Am E-Piano wurde der Chor von Harald Sinot begleitet.
Darsteller bereiten sich mit 25 Proben vor
Anschließend öffnete sich der Vorhang für den 38. Auftritt der Effringer „Schneggabühne“ unter der bewährten Regie von Heidi Friedrich. Mit 25 Proben hatten sich die Laiendarsteller auf den Theaterabend vorbereitet. „Die meisten sind alte Hasen, das Ensemble ist top vorbereitet“, machte die Regisseurin deutlich. Beim Dreiakter „Baby wider Willen“ aus der Feder von Bernd Gombold handelt es sich um eine Verwechslungskomödie mit einigen Wendungen.
Und so kamen die Besucher in der ausverkauften Schönbronner Halle voll auf ihre Kosten. Mit dem unterhaltsamen Schwank trafen die Akteure der Effringer „Schneggabühne“ erneut den Nerv ihres Publikums. Es gab immer wieder Szenenapplaus für die gelungene Situationskomik.
Denn die heile Welt in Effringen droht ins Wanken zu geraten. Das Unheil naht in Person des Landstreichers Theo (Werner Schnaible), der mit seinem alten Kinderwagen und den wenigen Habseligkeiten durch die Lande zieht. Ihm eilt der Ruf voraus, dass immer, wenn er irgendwo aufkreuzt, jemand ein Kind bekommt oder etwas Dummes passiert.
Gleichzeitig erwartet Bürgermeister Hans Himmelreich (Heiko Bihler) seine Frau Christa (die von Debütantin Carmen Vögtle gespielt wurde) aus der Kur zurück. Da mit der Einweihung eines Fahrradständers ein äußerst wichtiger kommunalpolitischer Termin ansteht, drängt ihn seine Mutter und Kosmetikfanatikerin Erika (Birgit Ritz), diesem Termin den Vorzug zu geben, anstatt seine Frau mit dem vielen Gepäck vom Bahnhof abzuholen. Und so kommt es, wie es kommen muss: Beim Aussteigen aus dem Zug nimmt sie in der Hektik aus Versehen eine fremde Babytragetasche mit – und bemerkt den folgenschweren Irrtum erst, als der Zug schon wieder abgefahren ist.
Bürgermeister in Erklärungsnot
Nachdem die Polizei in Gestalt von Pius Schellenbrink (Jan Brenner) Ermittlungen wegen Kindesentführung aufgenommen hat und Bürgermeister Hans Himmelreich um Unterstützung „zur Aufklärung der verbrecherischen Tat“ bittet, verschweigt dieser das Geschehene – und versteckt das „Baby wider Willen“ bei sich.
Nur der List und dem Einfallsreichtum des Landstreichers Theo hat es der Bürgermeister zu verdanken, dass die Polizei immer wieder von der richtigen Spur abgelenkt wird. Auch die gewiefte Rathaussekretärin Sonja Maier (Steffi Bihler) und der recht faule und bequeme Straßenkehrer Peter ((Niklas Hauser) tragen dazu bei, dass die Weste des Bürgermeisters sauber bleibt.
Landstreicher wird zum Retter
Die Dorfbewohner sind natürlich in heller Aufregung, wobei die die notorische Nörglerin Frieda Schäufele (Rita Benz) im Landstreicher Theo den Ursprung allen Übels sieht. Schließlich kommt gerade dieser auf die rettende Idee und macht der Polizei glaubhaft, das vermisste Kind sei vom vermeintlichen Täter vor dem Rathaus ausgesetzt worden. Der Bürgermeister ist allerdings unglücklich über den Verlust des inzwischen lieb gewonnenen Kindes. Doch auch für ihn gibt es unverhofft ein Happy End: Seine Frau macht ihm die erfreuliche Mitteilung, dass er wider Erwarten „richtiger“ Vater wird.
Am Sonntagnachmittag standen Chor und Laienspieler in der gut besuchten Schönbronner Halle ein zweites Mal auf der Bühne. Weitere Mitwirkende im Hintergrund waren Lina Ritz (Souffleuse), Tanja Sterz (Maske), Andreas Bihler (Ton und Technik) sowie Sven Haurand an der Kamera.