Die Villa Junghans wird unter städtischer Riege saniert. Die Verwaltung erstellt nun einen Zeitplan. Foto: Serafina Wölfle

Die Sanierung der Villa Junghans im Erd- und Untergeschoss erfolgt unter städtischer Riege unter Beauftragung eines externen Architekten. Das beschloss der Verwaltungsausschuss und verwarf die aus der Stadtverwaltung stammende Idee der Erbpacht.

Um unterhalb der Vergaberechtsschwelle zu bleiben, beschloss der Verwaltungsausschuss die zunächst geplante Küche, die mit 500 000 Euro im Haushalt 2025 eingeplant war, nicht mehr als Ziel zu verfolgen. Ohnehin könnte laut Thomas Brantner (CDU) nämlich nicht gesagt werden, ob ein neuer Restaurantbetreiber eine neue Küche benötige oder mit der bisherigen zufrieden sei oder etwas Anderes benötige. Ein genauerer Zeit- und Kostenplan soll nun zeitnah von der Verwaltung erstellt werden. Bislang sah der Haushaltsplan Kosten für die Sanierung der Villa Junghans in Höhe von 1,1 Millionen Euro vor.

 

Für das weitere Vorgehen gab es die einstimmige Zustimmung der Ausschussmitglieder. Der getroffene Beschluss sieht zudem alle drei Monate einen Bericht über die Fortschritte im Verwaltungsausschuss vor. Der von der Verwaltung vorgesehene Zeitplan mit der Eröffnung eines Restaurants im Januar 2026 kann nicht gehalten werden, da sich das Projekt aufgrund geringer personeller Kapazitäten verzögert hat.

Ablehnung von Hotel

Udo Neudeck (Freie Liste) äußerte in der Diskussion der Ausschussmitglieder zuvor, dass er sich wie in einer „Schleife“ fühle, denn es sei bereits klar, dass in der Villa Junghans schnellstmöglich wieder ein Restaurant öffnen solle. Für ihn sei deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb die Verwaltung wieder die Idee eines Hotels und der Erbpacht ins Spiel gebracht habe, welches die Mehrheit bereits vor ein bis zwei Jahren im Rat verworfen habe. Thomas Brantner (CDU) schloss sich in der Sache Neudecks Worten an und beklagte, dass bei der Villa Junghans ein Jahr nichts passiert sei. Die CDU wolle ebenfalls eine schnelle Restaurantöffnung, die Erbpacht lehne sie ab. Zudem forderte er die Beauftragung eines externen Architekten und die Beantragung von Fördermitteln für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ein.

Kein Erbpacht-Interessent

Mirko Witkowski (SPD) wollte wissen, ob es einen konkreten Interessenten für das Erbpachtmodell gebe, ansonsten würde er dieses Thema ebenfalls gerne sofort beenden. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr antwortete, dass es derzeit keinen konkreten Interessenten für die Erbpacht der Villa Junghans gebe.

Ralf Rückert (Freie Wähler) schlug zudem aufgrund der vergaberechtlich komplexen Lage vor, eine externe Rechtsauskunft dazu einzuholen, ob ein zusätzlicher Einbau einer Küche tatsächlich vergaberechtliche Probleme bereiten würde.