Sollte die Stadt Hechingen weniger Geld in die Volkshochschule investieren? Die AfD-Fraktion hat das in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses gefordert. Die restlichen Fraktionen hielten dagegen.
Ein auf den ersten Blick unspektakulärer Tagesordnungspunkt sorgte in der jüngsten Verwaltungsausschuss-Sitzung doch für Diskussionsstoff – nämlich die steigenden Gebühren für die Volkshochschule ab dem Sommersemester 2025.
Sarah Willner, Leiterin der Hechinger VHS, erläuterte den Stadträten, dass höhere Gebühren ob der gestiegenen Kosten nötig seien. „Unsere Angebote sollen aber attraktiv bleiben, daher sollen die Kurspreise nur moderat steigen.“
Gebühren für VHS-Kurse steigen moderat
Das wird anhand von Beispielrechnungen in der Sitzungsunterlage deutlich: Musste für ein Kurs aus dem Fachbereich „Gesellschaft, Umwelt, Kultur“ mit einem Termin und zwei Unterrichtseinheiten 5,60 Euro bezahlt werden, sind ab dem Sommersemester 2025 sechs Euro fällig. Spürbarer wird der Preisanstieg im Fachbereich „Beruf und Karriere“. Bei einem Kurs mit zwei Terminen und sechs Unterrichtseinheiten werden mit der neuen Gebührenordnung 78 Euro statt 60 Euro verlangt.
So weit, so nachvollziehbar. Schließlich wollen auch die Dozenten gerecht bezahlt sein. „Mit der Preisanpassung befinden wir uns im Durchschnitt mit den VHS-Gebühren in benachbarten Kommunen“, so Willner.
Rosenstock: „Standard können wir uns nicht mehr leisten“
Diskutiert wurde im Gremium dennoch. Denn: Die Stadt Hechingen, die die VHS öffentlich betreibt, legt auch mit der neuen Gebührenordnung drauf – rund 240 000 Euro im Jahr. Für AfD-Fraktionssprecher Kai Rosenstock ein Unding. „In Zeiten knapper Kassen können wir uns diesen Standard nicht mehr leisten“, so Rosenstock. Er wünscht sich einen bessere Kostendeckung beim VHS-Betrieb – außer bei Integrationskursen im Fachbereich „Sprachen“ sowie für Schulabschlüsse (Fachbereich 6) und die Grundbildung (Fachbereich 7). Diese sind aber ohnehin von der Preisanpassungen ausgenommen, da dabei das BAMF die Gebühren festlegt. Rosenstock schlug vor, die VHS-Gebühren nochmal in die Haushaltsdiskussion aufzunehmen.
Petersen: „Dann bleiben die Leute weg“
Eine höhere Kostendeckung würde nochmals höhere Kurspreise mit sich bringen. Für Bunte-Liste-Sprecherin Almut Petersen undenkbar: „Höhere Gebühren bedeuten nicht höhere Einnahmen. Die Leute können auch einfach wegbleiben.“
SPD-Sprecher Jürgen Fischer pflichtete ihr bei: „Dass die VHS Geld kostet, ist richtig. Dieses Geld gebe ich gerne aus. Davon profitieren alle Hechinger mit einem qualitativen Kursangebot.“
Schließlich wurde der Gebührenerhöhung bei zwei Enthaltungen der AfD-Stadträte zugestimmt. Final muss der Gemeinderat in der kommenden Woche abstimmen.