Blick auf das Bauprojekt „Neue Mitte Nordstadt“ Foto: Alexandra Günzschel

Die Schaffung von Wohnraum ist eines der Kernanliegen der Stadt Lörrach.

In den vergangenen zehn Jahren konnten 2267 neue Wohneinheiten genehmigt werden – „das Ziel von 2500 Wohnungen bis Ende 2025 wird damit nahezu erreicht“, schreibt die Stadt. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre – steigende Baukosten, hohe Zinsen und ein Rückgang privater Investitionstätigkeit – konnte die Wohnbautätigkeit in Lörrach im Vergleich zur Dekade davor um mehr als 30 Prozent gesteigert werden, heißt es.

 

Das Thema „Wohnen“ bleibe eines der zentralen und prioritären Themen in der Stadt Lörrach – und so erfolge mit dem Abschlussbericht zur Wohnraumoffensive 2025 gleichzeitig der Auftrag zur Wohnraumoffensive 2035.

Mehr Wohnraum durch gezielte Planung

Grundlage der Wohnraumoffensive 2025 war ein Potenzialmodell, das Flächenreserven, Dichtekategorien und Entwicklungsschwerpunkte identifizierte und die Innenentwicklung in den Mittelpunkt stellte.

Die Ziele der „Wohnraumoffensive 2025“ in Lörrach verbinden wichtige Aspekte: Zum einen geht es um bezahlbaren Wohnraum, indem die Stadt mit dem Ziel von rund 2500 neuen Wohneinheiten auf den Wohnraummangel reagiert und damit Miet- und Kaufpreise im Markt entgegenwirken will. Zum anderen steht der soziale Wohnungsbau im Fokus, indem die städtische Wohnbaugesellschaft und Genossenschaften eingebunden werden, um nicht nur Menge, sondern Qualität und Zugänglichkeit im Wohnungsangebot zu sichern.

Gleichzeitig erfolgt eine Markregulation durch Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, so dass Druck aus dem Mietmarkt genommen wird mit dem Ziel, Engpässe zu reduzieren. Zudem ist die Wohnraumoffensive eine Zukunftsperspektive für die Stadt, indem durch Innenentwicklung, Nachverdichtung und Arrondierung bestehender Quartiere eine nachhaltige, stadtverträgliche Entwicklung angestoßen wird, „die dem demografischen Wandel Rechnung trägt, junge Menschen und Familien anspricht und wertvollen Lebensraum sichern will“, betont die Stadtverwaltung.

Abgeschlossene Wohnraumprojekte

Die Stadt nennt in ihrer Mitteilung beispielhaft einige bedeutende Projekte: Alte Weberei Conrad (120 Wohneinheiten), Neue Mitte Nordstadt (248 Wohneinheiten + 24 Zimmer), Belist in Haagen (220 Wohneinheiten), Postareal (59 Wohneinheiten), Mättle in Tumringen (65 Wohneinheiten), Nördlich Engelplatz (60 Wohneinheiten), Soormattbach (22 Wohneinheiten), Lerchenhof (40 Wohneinheiten), Lingertrain (zwölf Wohneinheiten).

„Diese Projekte belegen, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wohnbau Lörrach und auch die Baugenossenschaften wesentliche Partner in der Umsetzung der Wohnraumoffensive waren – sowohl quantitativ als auch qualitativ“, wird betont.

Projekte in Bearbeitung und Ausblick

Aktuell befinden sich zahlreiche größere Projekte in Bearbeitung, die die Grundlage der kommenden Wohnraumoffensive 2035 bilden: Krankenhausareal (ab 200 Wohneinheiten), St. Elisabethen Krankenhaus (ab 200 Wohneinheiten), Quartier am Zoll (70 bis 80 Wohneinheiten), Bühl III (250 bis 280 Wohneinheiten), Neumatt-Brunnwasser (150 bis 300 Wohneinheiten), Schöpflin-Areal (60 bis 62 Wohneinheiten), Studierendenwohnheim (rund 100 Wohneinheiten), Tumringen Nord (17 bis 26 Wohneinheiten), Am Stettener Bahnhof (20 bis 35 Wohneinheiten).

Insgesamt wird in laufenden Bebauungsplanverfahren derzeit mit rund 760 bis 800 zusätzlichen Wohneinheiten gerechnet.

Die Stadt setzt künftig weiterhin auf Innenentwicklung und Gebietsarrondierung. Der Fokus liegt auf zielgruppenorientiertem Wohnungsbau wie altersgerechtem Wohnen in zentralen Lagen, Wohngruppen für Senioren, sowie bezahlbarer Wohnraum für junge Menschen und Familien.

Auch Projekte wie die geplante Überbauung des Parkplatzes an der Wintersbuckhalle oder neue Wohnkonzepte auf dem Gelände der Lauffenmühle sollen zu einer sozial durchmischten und nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen.

Neue Schwerpunkte der Wohnraumoffensive 2035

Mit der Wohnraumoffensive 2035 verfolgt die Stadt das Ziel, Potenziale zu aktivieren, neue Flächen durch Um- oder Doppelnutzung zu erschließen und flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren. Ein zentrales neues Instrument soll dabei der „Bauturbo“ sein. Der Begriff bezeichnet politische und verwaltungsseitige Maßnahmen, die darauf abzielen, Planungs- und Genehmigungsverfahren im Wohnungsbau deutlich zu beschleunigen. Ziel ist es, Hürden im Bau- und Planungsrecht abzubauen, Verfahren zu vereinfachen und schneller Baurecht zu schaffen, um den akuten Wohnungsmangel zu bekämpfen.