Nachdem der Gemeinderat den Kauf des denkmalgeschützten Gebäudes aus Spargründen verschoben hatte, steht das Geld nun im Nachtragshaushalt.
Eine Kehrtwende in Sachen Haus des Gastes plant die Stadt Bad Dürrheim: Nachdem der Kauf des Gebäudes angesichts der finanziellen Lage zunächst aus dem Haushaltsplan gestrichen war, soll er nun doch noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.
Das Haus des Gastes gehört derzeit der städtischen Tochtergesellschaft Kur und Bäder GmbH. Grundsätzlich hatte der Gemeinderat bereits 2024 beschlossen, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren und als Verwaltungsstandort zu nutzen. Nun seien auch die Kosten für den Erwerb im Nachtragshaushalt 2025 wieder aufgenommen und für dieses Jahr fest eingeplant, die Genehmigung des Zahlenwerks liege inzwischen vor, heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 20. November, ab 18 Uhr im Feuerwehrgerätehaus.
Zuschuss-Sicherung ein Grund
Den Vorstoß, das Haus des Gastes doch noch in diesem Jahr zu kaufen, begründet die Stadt mit der Aussicht auf Zuschüssen, die jedoch zeitlich gebunden seien. Die Städtebauförderstelle des Regierungspräsidiums habe die grundsätzliche Verlängerung des Sanierungsgebiets bis April 2028 bestätigt, für den Umbau des Haus des Gastes zum Verwaltungsgebäude sei aber eine weitere Verlängerung über 2028 hinaus erforderlich.
Das Regierungspräsidium und das Ministerium hätten klargestellt, dass die weitere Fortführung der Förderkulisse an den Umbau des Haus des Gastes gekoppelt ist, so die Verwaltung. Ohne nachweisbare Umsetzungsschritte und eine Sanierungsplanung bestehe das Risiko, dass es keine Verlängerung der Förderung gibt. So müsse die Stadt jetzt sichtbare Zeichen beispielsweise durch den Ankauf setzen. Denn die Haushaltslage sei so angespannt, dass der Erwerb und der Umbau nur mit finanzieller Unterstützung möglich ist. Gehe es doch um Zuschüsse von rund 50 Prozent.
Kreditaufnahme in Höhe von etwa 6,56 Millionen Euro
Und das sind immerhin insgesamt gut neun Millionen Euro, mit denen die Stadt für die Umnutzung des Haus des Gastes rechnen kann bei einem Gesamtaufwand von rund 14,6 Millionen Euro. Die Stadt müsste laut Darstellung der Kostensituation einen Kredit in Höhe von etwa 6,56 Millionen Euro aufnehmen.
Es handle sich um eine einmalige Gelegenheit, wie sie in dieser Form voraussichtlich nicht wiederkomme, verdeutlicht die Verwaltung. „Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht der Verlust erheblicher Fördermittel und damit die Notwendigkeit, die Kosten künftig weitgehend aus Eigenmitteln tragen zu müssen.“ Schließlich spielt das Gebäude eine wichtige Rolle für die städtebauliche Entwicklung Bad Dürrheims und die Bündelung der Verwaltung an einem Ort.
Startschuss für die Sanierung könnte 2028 fallen
Nun ist es am Gemeinderat zu entscheiden, ob das Haus des Gastes künftig als Verwaltungsgebäude zur Verfügung steht. Falls das Gremium grünes Licht für den Kauf und die Sanierung gibt, kann die Verwaltung die weiteren Planungen für die Nutzung, Anpassung und Ausstattung des Gebäudes in Angriff nehmen. So könnte die Stadt in diesem Jahr noch den Kauf abschließen, 2025 und 2026 in die detaillierte Ausarbeitung einsteigen und die Planungsleistungen im vierten Quartal 2026 europaweit ausschreiben. Als Startschuss für die Sanierungsarbeiten ist Mitte 2028 angepeilt, die Fertigstellung im Jahr 2030.