Der Betrieb der Kläranlage macht einen bedeutenden Teil der Abwasserkosten aus. Foto: Cools

Rückwirkend zum 1. Januar passt die Stadt Sulz die Gebühren für Schmutz- und Regenwasser an. Für die meisten Haushalte ergibt sich daraus eine kleine Entlastung.

Die Stadt Sulz muss die Gebühren für Schmutz und für Regenwasser rückwirkend zum 1. Januar anpassen. Unter dem Strich wird für die meisten Sulzer eine kleine Entlastung herausspringen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die entsprechende Änderung der Abwassersatzung votiert. Demnach werden künftig für die Einleitung von Schmutzwasser 1,90 Euro je Kubikmeter berechnet statt wie bisher 2,53 Euro. In die andere Richtung gehen die Gebühren für die Einleitung von Regenwasser: Hier erhöhen sich die Gebühren von bisher 0,33 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche auf 0,49 Euro.

 

Kämmerer Hans-Peter Fauser legte den Gemeinderäten dazu eine Beispielrechnung vor. Bei einem Verbrauch von 100 Kubikmetern Wasser im Jahr ergebe sich beim Schmutzwasser für die Haushalte eine Ersparnis von 63 Euro pro Jahr. Demgegenüber steht beim Regenwasser und einer angenommenen versiegelten Fläche von 200 Quadratmetern eine Mehrbelastung von 28 Euro. Für die allermeisten Haushalte dürfte sich daher am Ende eine Entlastung ergeben, sagte Fauser.

Stadt muss die zu hohen Einnahmen ausgleichen

Die Neukalkulation der Abwasser-Gebühren war notwendig geworden, weil die letzte Kalkulation in Sulz schon länger zurückliegt: Die vorhergehende Gebührenkalkulation war im Herbst 2015 für den Zeitraum 2016 bis 2018 vorgenommen worden. Gemeinden müssen die Gebühren aber regelmäßig überprüfen, weil sie diese laut Gesetz nur so hoch ansetzen dürfen, dass sie die Kosten decken. Stellt sich heraus, dass Gemeinden zu viel eingenommen haben, müssen sie in den Folgejahren einen Ausgleich schaffen.

Genau das ist auch in Sulz eingetreten. Mit der Berechnung der Abwasser-Gebühren nur für das Jahr 2023 hat die Stadt Sulz die Kommunalberatung Heyder und Partner aus Tübingen beauftragt. Deren Berechnungen haben ergeben, dass sich bei der Schmutzwassergebühr erhebliche Überdeckungen angesammelt haben, bei der Niederschlagswassergebühr aber deutliche Unterdeckungen entstanden sind. Das stellte Wolfgang Heyder den Räten in der Sitzung persönlich dar. Der Ausgleich für die Verbraucher floss in die Kalkulation der neuen Gebühren ein.

Regenwasser-Entsorgung wird nach Fläche berechnet

Heyder erläuterte in der Sitzung auch, auf welcher Grundlage die Gebühren für die Verbraucher berechnet werden. Beim Schmutzwasser wird davon ausgegangen, dass es der Menge an geliefertem Frischwasser entspricht. Beim Regenwasser sei das jedoch anders. Hier gehe man davon aus, dass sich die Menge nach der überbauten und versiegelten Grundstücksfläche bemesse. Den exakten Regenfall in der Gemeinde zu ermitteln sei nicht notwendig. Es genüge, die Kosten der Wasserbeseitigung durch die überbaute und versiegelte Fläche zu dividieren.

Sehr lange Bestand haben dürften die aktuellen Abwassergebühren in Sulz nicht: Kämmerer Fauser kündigte an, dass bereits im Herbst 2023 eine erneute Kalkulation notwendig werde.