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Vertrag gekündigt Sind Hundesportler in VS bald obdachlos?

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Vom Flutlichtmasten auf dem Trainingsgelände des Vereins für Deutsche Schäferhunde ist nur noch die Halterung zu sehen. Foto: Pohl

Der Verein für Deutsche Schäferhunde hat sein Vereinsgelände am Kugelmoos in Schwenningen – noch. Denn die Stadt hat den Pachtvertrag nach Unstimmigkeiten außerordentlich bereits zum Jahresende gekündigt. Was der Vorsitzende Sascha Lahr dazu sagt und wie er mit Hilfe von Gemeinderäten um eine Lösung kämpfen will, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

VS-Schwenningen - Bereits im Juli dieses Jahres berichtete der Schwarzwälder Bote von den Unstimmigkeiten zwischen dem Verein für Deutsche Schäferhunde am Kugelmoos und der Stadt Villingen-Schwenningen als Eigentümerin des verpachteten Vereinsgeländes. Die Probleme gipfelten kurz vor Weihnachten nun in der außerordentlichen Kündigung vonseiten der Stadt zum Jahresende.

Zum Hintergrund: Der Verein hatte bereits 2018 eigenmächtig einen Flutlichtmasten auf dem Gelände installiert, um den Hundesportplatz besser ausleuchten zu können. Zudem ließ sich der Vorsitzende Sascha Lahr Erdaushub, den ein Spender kostenfrei zur Verfügung stellte, liefern. Damit sollten die Unebenheiten auf dem Trainingsgelände aufgeschüttet werden, was durch eine zwischenzeitliche Anzeige eines Dritten wegen angeblicher illegaler Müllablagerung nicht erfolgen konnte. Bereits 2019 wurde der Verein aufgefordert, den Masten, der die Forstarbeit behindere und dessen Installation laut Pachtvertrag nicht zulässig sei, wieder abzumontieren.

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Seit unserer Berichterstattung im Juli wurden diverse Fristen zur Behebung der Missstände nicht eingehalten, zuletzt wurde der Verein am 20. November 2020 erneut schriftlich aufgefordert, die Beanstandungen bis spätestens 18. Dezember zu beseitigen, wie aus dem Kündigungsschreiben hervorgeht. Bei einem Vorort-Termin kurz vor Weihnachten, so heißt es in der Kündigung, habe die Stadt festgestellt, dass "einige Missstände weiterhin bestehen", weshalb der Pachtvertrag zum 31. Dezember 2020 außerordentlich gekündigt werde. Außerdem heißt es in dem Schreiben: Sollte die außerordentliche Kündigung zum 31. Dezember aus irgendwelchen Gründen nicht greifen, werde der Pachtvertrag zum 31. Mai 2021 gekündigt. Zu diesem Zeitpunkt läuft der Vertrag aus. Der für 20 Jahre gültige Pachtvertrag endete dieses Jahr Ende Mai, seither verlängert sich der Vertrag nur noch jährlich.

Um Lösung bemüht

Der Vereinsvorsitzende Sascha Lahr kritisiert die Vorgehensweise und die Begründung der Stadt: "Ich habe den Flutlichtmasten mittlerweile umgesägt, der Bauschutt und die Pflastersteine liegen mittlerweile nicht mehr am Waldrand, sondern auf dem Trainingsplatz und das kritisierte Werbeschild habe ich auch abgehängt."

Was noch nicht entfernt sei, ist der Erdaushub, der auf dem Parkplatz am Vereinsgelände zwischengelagert ist. "Hier habe ich beim Baurechtsamt aber den Antrag gestellt, dass wir den als unbedenklich zertifizierten Aushub auf dem Platz einbauen dürfen. Dieser Antrag ist noch nicht genehmigt, aber auch nicht abgelehnt", erklärt Lahr. Solange nicht klar sei, ob er das Material verwenden darf, lasse er den Aushub ja nicht abtransportieren.

Da Lahrs Versuche, gemeinsam mit den Verantwortlichen bei der Stadt und auch mit Oberbürgermeister Jürgen Roth ein Gespräch zu führen, um Lösungen für den Verein zu finden, bislang scheiterten, sucht er nun Unterstützung im Gemeinderat. Einer, der sich bereits im Herbst der Sache angenommen hat, ist SPD-Stadtrat Nicola Schurr. Dieser kritisiert den Umgang mit dem Schäferhundeverein massiv: "Egal ob die Kündigung rechtens ist oder nicht, das ist kein Umgang mit einem städtischen Verein." Er sieht durchaus, dass der Verein Fehler gemacht hat. "Da wurden sicherlich im Übereifer des Ehrenamtes Dinge eigenmächtig gemacht, die nicht gehen", sagt Schurr. "Aber die Fehler hat Sascha Lahr ja eingesehen und ist um eine gemeinsame Lösung bemüht."

Letzte Chance?

Dass diese bisher nicht gefunden wurde, sondern dem Verein durch die Kündigung nun seine Existenzgrundlage genommen werde, passt dem SPD-Stadtrat überhaupt nicht. "Es muss doch möglich sein, mit allen Beteiligten an einen Tisch zu sitzen, sich die Vorschläge und Ideen des Vereins anzuhören, und dann gemeinsam zu entscheiden, was geht und was man anders machen muss", fordert Nicola Schurr.

Das will Sascha Lahr nun auf jeden Fall noch einmal versuchen. Denn für den Vereinschef, der den Posten 2012/2013 übernommen hat, ist klar: "Wenn wir unser Vereinsgelände verlieren, können wir den Verein mit seiner mehr als 100-jährigen Geschichte auflösen – und somit stirbt ein wichtiges Angebot in Villingen-Schwenningen."

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