Waldemar Anton steht im DFB-Aufgebot. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der Stuttgarter Kapitän steht im Aufgebot des DFB für die Europameisterschaft im eigenen Land – und spricht über seine Rolle als Herausforderer sowie ein spezielles Gruppenspiel.

Ein bisschen Ungewissheit hatte ja zuletzt rund um Waldemar Anton und seine EM-Chancen geherrscht. Nicht aufgrund der Leistungen des Kapitäns des VfB Stuttgart, sehr wohl aber wegen der Chronologie der Nominierungen. Ein Defensivakteur nach dem nächsten wurde in den vergangenen Tagen für das DFB-Aufgebot bestätigt, unter anderem auch die Wackelkandidaten Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) und Robin Koch (Eintracht Frankfurt). Würde es für Anton daher womöglich nicht reichen? Nein, am Donnerstag kam die Bestätigung – der VfB-Kapitän ist einer von fünf Innenverteidigern im Kader, den Bundestrainer Julian Nagelsmann nominierte.

 

Die Zweifel waren bei Anton auch nicht besonders groß gewesen. „Sorgen hatte ich ehrlich gesagt keine, so selbstbewusst kann man sein nach den Leistungen über das ganze Jahr“, so der 27-Jährige mit Blick auf die erfolgreiche Saison mit dem VfB. Der erste Dank galt deshalb auch dem Team und seinen Mitspielern. „Man muss jedem im Club hier danken.“ Das hätten die VfB-Nominierten den Mitspielern in der Kabine auch schon gesagt.

Am Ende habe einfach nur noch Freude und Vorfreude dominiert. Vor allem mit Blick auf das zweite Gruppenspiel gegen Ungarn, das in Stuttgart stattfinden wird. „Das ist etwas sehr Besonderes, in Stuttgart zu spielen“, so Anton. Er dürfte seinen Teamkollegen bei der Nationalelf in den kommenden Tagen einiges berichten von der Atmosphäre. „Viele wissen gar nicht, wie besonders es ist, hier in dem Stadion zu spielen. Das gibt nochmal einen Push für jeden von uns.“

„Jeder weiß, dass ich die Herausforderer-Rolle habe“

Dass sich Anton als Neuling mit nur einem Länderspiel in der Visitenkarte erst beweisen muss, steht für ihn indessen außer Frage. „Jeder weiß, dass ich die Herausforderer-Rolle habe.“ Eben diese sei aber auch wichtig – unter anderem, um das Trainingsniveau hochzuhalten. „Jeder muss sich dem Mannschaftserfolg unterordnen und in jedem Training Gas geben.“ Ein Rollenwechsel ins defensive Mittelfeld wie bei seinem Nationalelf-Debüt gegen Frankreich hält er dabei für unwahrscheinlich. „Jeder weiß, dass ich in der Innenverteidigung spiele.“ Die späte Einwechslung gegen die Franzosen hätte eher dazu gedient, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Sollte das nötig sein, würde er natürlich auch dafür wieder bereitstehen.

Bleibt vorerst noch eine Sache: Für Familie Anton bedeutet die Nominierung, dass der Sommerurlaub kürzer ausfallen und später starten wird. Kein Problem, weder für den VfB-Profi noch für seine Familie. „Sie haben sich mitgefreut und werden auch immer dabei sein“, so der zweifache Familienvater.