Vor dem Landgericht Rottweil beginnt der Prozess gegen einen Mann wegen versuchten Mordes. Er soll in Horb mit einem Metallpoller auf zwei Frauen eingeschlagen haben.
Der Prozess um die sogenannte Poller-Attacke von Horb beginnt: Vor dem Landgericht Rottweil muss sich der heute 27-jährige Angeklagte wegen versuchten Mordes und weiterer Delikte verantworten.
Die Hauptverhandlung startet an diesem Mittwoch, 25. Februar, wie das Landgericht am Dienstagnachmittag mitteilt.
Die 1. Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Karlheinz Münzer – bekannt aus dem Riecher-Mordprozess – hat zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt. Zum Auftakt an diesem Mittwoch, 25. Februar, um 13.30 Uhr sollen die Anklageschriften verlesen werden. Weitere Termine sind für den 13., 16., 19. und 23. März sowie für den 2. und 15. April 2026 vorgesehen, jeweils ab 9 Uhr im Saal 201.
Geladen sind bislang ein psychiatrischer Sachverständiger, zwei rechtsmedizinische Sachverständige sowie ein Dolmetscher.
Tatvorwurf: Bedrohungen und Schläge mit Metallpoller
Laut Anklage soll sich die Tat in der Nacht vom 24. auf den 25. August 2025 in Horb am Neckar ereignet haben. Der Angeklagte, ein eritreischer Staatsangehöriger, der seit 2015 in Deutschland lebt, soll zunächst nach einem ausgesprochenen Hausverbot in einer Gaststätte die Wirtin und eine Barkeeperin mit dem Tod bedroht haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, eine weitere Person durch einen Schlag ins Gesicht verletzt zu haben.
Im weiteren Verlauf der Nacht soll der 27-Jährige einen nicht fest verankerten Metallpoller an sich genommen haben. Mit Tötungsvorsatz habe er damit gegen die Köpfe zweier Frauen geschlagen, darunter die zuvor bedrohte Barkeeperin. Eine der Frauen soll dadurch lebensgefährlich verletzt worden sein.
Opfer schwebte in Lebensgefahr
Nach der Tat war bekannt geworden, dass drei Frauen angegriffen worden waren. Eine 41-Jährige erlitt einen Schädelbruch mit inneren Blutungen und musste in ein künstliches Koma versetzt sowie intensivmedizinisch behandelt werden. Ihr Lebensgefährte hatte den Zustand der Frau als dramatisch geschildert.
Später kam sie in eine Rehabilitationsklinik. Nach Angaben ihres Partners machte sie dort Fortschritte; zeitweise war von einem stabilisierten Zustand die Rede. Eine weitere 31-jährige Frau, die ebenfalls vom Poller getroffen worden war, konnte nach Angaben aus dem Umfeld der Betroffenen wieder nach Hause zurückkehren. Zudem wurde gegen den Angeklagten im Zusammenhang mit einer dritten Frau wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
Angeklagter aus Horb
Der Wohnort des Angeklagten liegt laut Gericht in Horb. Bereits kurz nach der Tat war der Mann festgenommen worden und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Vertreten wird der Angeklagte durch Anwalt Benjamin Waldmüller aus Rottweil.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten nun versuchten Mord sowie weitere Straftaten im Zusammenhang mit den Ereignissen jener Nacht vor. Ob sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern wird, dürfte sich im Laufe des Prozesses zeigen. Zum Prozessauftakt kündigt das Gericht an, dass lediglich die Anklageschrift verlesen werden soll.